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Foodsharing auf Festivals : Erfahrungen, Eindrücke _highfiel

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Feb 26th, 2020
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  1. Was heißt es mit foodsharing auf ein Festival zu fahren?
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  3. Ich bin Karla und habe dieses Jahr die Hauptverantwortlichkeit zusammen mit zwei anderen Foodsaverinnen für das diesjährige Highfield übernommen. Ich war nun insgesamt zweimal beim Highfield und einmal beim Southside Festival und habe dort foodsharing vertreten und jede Menge Lebensmittel retten können.
  4. Mit foodsharing auf ein Festival zu fahren heißt für mich, sich auf eine intensive Zeit mit wunderbaren Menschen einzulassen, wobei zwei verschiedene Welten aufeinandertreffen. Zum einen bekommt das Wort Wegwerfgesellschaft ein Gesicht, wenn am letzten Tag in den Besucher*innen Camps ganze Zeltlandschaften stehen gelassen werden und wir dazwischen noch Lebensmittel retten. Und auf der anderen Seite erfährt man jede Menge Dankbarkeit von den Mitarbeitenden, die nachts die geretteten Lebensmittel bei uns im Crewcamp verspeisen. Ebenso die Verbundenheit und der Austausch zwischen Foodsaver*innen aus ganz Deutschland und für die gemeinsame Sache alles geben – klingt vielleicht etwas pathetisch, ist aber wirklich so -.
  5. Ein Festival mit foodsharing hinterlässt Spuren und ist nicht zu vergleichen mit den alltäglichen Bezirksrettungen.
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  7. Was sind unsere Aufgaben bei einem Festival ?
  8. Wir haben verschiedene Rettungen an den Festivaltagen. Bei den Einlassrettungen bekommen wir die Lebensmittel, die die Besuchenden nicht mit auf das Gelände nehmen dürfen z.B. Gurkengläser, Nutella, Nudelsoßen im Glas und und und. Dabei fahren wir regelmäßig die Einlässe mit unseren Fahrrädern + Anhängern an und sammeln die Lebensmittel ein. Weiterhin beretten wir die Essenstände nachts. Alles was sie übrig haben bekommen wir, wenn das Infield geschlossen wird. Die Stände füllen die übrigen Lebensmittel in unsere Eimer und wir verteilen sie im CrewCamp an die Mitarbeitenden weiter bzw. fahren mit dem Fahrrad zu den Securities und den Sanitäter*innen und bringen ihnen etwas vorbei. Dann haben wir noch einen Fairteiler auf dem Outfieldgelände, wo Besucher*innen des Festivals ihre mitgebrachten Lebensmittel, die sie nicht mehr mit nach Hause nehmen möchten, bei uns abgeben können. Sonntags gehen wir zusammen mit einem Quad + großem Anhänger in die Camps und sammeln dort weiter.
  9. Die Lebensmittel werden zum Großteil alle an die Tafel gespendet oder im CrewCamping an die Mitarbeitenden verteilt. Am Montag laufen wir nochmal über das Camp, sortieren und verladen die Lebensmittel zusammen mit der Tafel und räumen auf und bauen das Camp ab.
  10. Nach dem Festival geht es an die Nachbearbeitung. Wir erarbeiten gemeinsam einen Feedbackbogen für uns Foodsaver*innen und einen für den Veranstalter– Was kann man nächstes Jahr besser machen, Was lief gut/was nicht so gut?...
  11. Ebenfalls werden die Dokumentationen zu den Lebensmittelrettungen ausgewertet und an den Veranstalter weitergegeben.
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  14. So viel zu den allgemeinen Tätigkeiten auf einem Festival.
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  16. Highfield Momente:
  17. Openair Camping: Dieses Jahr hatten wir sehr stürmisches Wetter beim Highfield, weshalb sich am Samstag unser Pavillondach zeitweise verabschiedete. Wir haben es dann einfach unten gelassen und openair gecampt. Für die vorbeikommenden bzw. vorbeilaufenden war es ein sehr schöner Anblick einen Campingstuhlkreis, in der Mitte zwei kleine Ikea-Tische, unter einem Paviliongestell zu sehen, wie sie ein seriöses Meeting/Briefing abhielten oder Karten spielten.
  18. Ein Gewitter haben wir auch überstanden. Plötzlich waren über uns die Blitze und wir flüchteten in unsere Autos. Zusammen saßen wir dann in den von der AWO Fulda ausgeliehenen 8Sitzer Bus zu elft und machten Musik während es draußen tobte. Nach einer halben Stunde war es dann vorbei und pitschnass stiegen wir aus dem Bus aus.
  19. Im CrewCamp hatten wir dieses Jahr eine sehr sehr bereichernde Kooperation mit Viva con Agua und Goldeimer. Wir haben ihnen gerettete Lebensmittel vorbei gebracht, die sie dann für ihre Crew verkocht haben und wir bekamen jeden morgen ein ausgewogenes Frühstück mit heißem Kaffee, Müsli und aufgeschnittenem Obst/Gemüse.
  20. Was für mich das Highfield noch besonders gemacht hat, war der Zusammenhalt der Crew dieses Jahr. Sowohl in stressigen als auch entspannten Situationen waren alle für einander da, achtsam und bedacht. Vielen lieben Dank nochmal dafür !
  21. Vielleicht ist das nur Situationskomik gewesen, aber ich möchte an dieser Stelle noch die Probe-Radiodurchsagen mit Richard erwähnen. Zur Erläuterung: Wir wurden vom Festival Radio angesprochen, ob wir eine Durchsage machen wollen, die Lukas und Sandra dann erfolgreich eingesprochen haben. Richard und ich haben uns selbst auch unsere Gedanken zu den Durchsagen gemacht, wobei interessante Dialoge zustande kamen:
  22. „Hmmmm das sieht ja lecker aus. Wo hast du das denn her?“
  23. „Das habe ich von Foodsharing !“ (Lebensmittel in die Höhe haltend)
  24. „Foodsharing? Was ist DAS denn ?“
  25. „Eine super Sache ! … usw.“
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  27. Dann haben wir noch den FoodsharingTanz gemacht und uns sehr amüsiert
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  29. Fazit zum diesjährigen Highfield:
  30. Wow. Wir haben unglaublich viele Lebensmittel in so einer kurzen Zeit gerettet. Was gut und gleichzeitig schrecklich ist, wenn man bedenkt, wie viel weggeschmissen werden würde. Die Eindrücke auf einem Festival brauchen Zeit für die Verarbeitung. Ich lerne Foodsharing auf einem Festival immer von einer neuen Perspektive kennen und bin froh, diese intensive Zeit erleben zu können mit unglaublichen, schönen Menschen.
  31. Besonders bei der Sonntagsrettung kommt die Frage auf: Wohin mit den ganzen Lebensmitteln? Es werden immer mehr. Wie sollen wir die nur verteilen? Und am Ende schaffen wir es. Verteilen alles und dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich gut.
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