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- Jürgen Sievers
- c/o Arcade Hostel Zimmer 22
- Kieler Str. 385
- 22525 Hamburg
- Hamburg den 1.Okt.2015
- Jetzts machen sie mich richtig fertig.
- Nachdem ich zu Ostern 2013 die Digagnose PLS/ALS gestellt bekommen hatte und meine, seit 2000 bestehende, ohne auch nur einmal Leistungen beansprucht zu haben bestehende, private Krankenversicherung
- Hauptverwaltung
- Landeskrankenhilfe V.V.a.G Lüneburg
- 21332 Lüneburg
- TEL: 04131 7 25 0
- FAX: 04131 403402
- Versicherungsnummer HH-7.635.173
- mich so trügerisch in diesem Zustand hinter die Fichte führte, um sich daraus folgend jedwerder Leistung entziehen zu können, nimmt das privat vorgesorgte Unheil seinen Lauf.
- Ich suchte das UKE, hier in Hamburg Eppendorf, auf, um eine zweite Meinung einzuholen.
- Ich war zuvor über Ostern eine Woche lang in Barmbeck im Krankenhaus. Noch am vorletztem Tag wusste man dort nicht was ich hätte, dann folgte noch eine letzte Untersuchung der Nervenleitung zur Zunge, die so was von katastrophal schief verlaufen ist und dennoch Tags drauf eine Diagnose zur PLS/ALS sicher erscheinen lassen sollte.
- Diese Untersuchung wollte ich auf Grund der schwerwiegenden Diagnose, die damit ihre Begründung gefunden haben soll, dann einige Wochen drauf im UKE (Universitätskrankenhaus Hamburg Eppendorf) noch einmal durchführen lassen.
- Der dortige Chefarzt sagte zu diese zirka eine halbe Stunde benötigende Untersuchung noch einmal durchzuführen. Meinte dann aber, dass es bei einer so schwerwiegenden Diagnose besser sei, wenn ich noch einmal eine Woche stationär aufgenommen würde, um alle Untersuchungen noch einmal durchzuführen. Das leuchtete mir auch ein. Ich fand das sogar sehr vertrauenerweckend, dass dieser Arzt nicht so leichtfertig eine so finale - wie grausame Diagnose bestätigen oder verwerfen wollte.
- Also eine Woche UKE, Kernspin, Elecktropisackereien ... CT .. Blutbilder ...
- Wieder am vorletztem Tag, ohne jede Auskunft und Hinweis was nun sei, wurde ich etwas unruhig. Die Untersuchung, die in Barmbeck zur Diagnose PLS/ALS führte, ward immer noch nicht getan. Und so fragte ich bei der Visite den Chefarzt, wann die dann nun gemacht werden würde.
- „Die machen wir nicht mehr, die ist sowieso nicht aussagekräftig und man kann schon jetzt die PLS/ALS ausschließen. ... Sehe die Ursachen mehr im psychosomatischem Bereich, dazu würde ich noch einer ‚Logopädin‘ vorgestellt werden, die das abschließend beurteilen könne.“
- Die Stationsärztin schaute dabei die ganze Zeit verschämt in den Monitor, mit dem sie auf einen Rollwagen stehend dem Chefarzt hinterhergedackelt war. Sie würdigte mich keinen Blickes mehr, war ersichtlich verlegen, starrte wie erstarrt, Beschämtheit ausdrückend, in diesen Monitor.
- Und was war das für eine Stationsärztin. Whow, was für eine süße und kompetente Frau. Wenn ich sie mit kaum dreißig beschreibe, so tu ich dies nur, weil sie nicht nur fertig ausgebildete Neurologin ist, sondern bereits die Neurologie im UKE leitete. Von ihrer Erscheinung her erkannte ich eine wirklich wunderschöne junge Frau in der zweiten Hälfte ihrer zwanziger. Und was waren das für Augen, die mir nun jeden Blick versagten, was für ein hübsches Gesicht, welches mir nun nicht mehr lächelte, verschämt sich abwendete. Dieses Gesicht, das bei einigen Untersuchungen unmittelbar vor mir erstrahlte, diese sagenhaften, blauen Augen, in die ich fixieren sollte während sie mir ihren Lichtstrahl in die meinigen streute. Eine so bewunderungswürdige, liebliche Frau, der man nichts Schlechtes jemals zutrauen wollte. Die sehr kompetent, die sich diesem Beruf verschrieben, dieser Berufung gefolgt war, hielt sich nun kümmerlich wirkend nur noch hinter ihrem sie stützenden Wagen fest.
- Von dem Chefarzt, der hatte die gesamte Woche schon sein unnahbares Weißgöttergehabe abgezogen, von dem hatte ich schon nichts anderes mehr erwartet. Aber nun auch diese Frau Dr. Stationsärztin, der ich blind und vor allem bereits annähernd sprachlos vertraut hatte.
- Aber weiter:
- Und so geschah es auch. Die Logopädin machte ein paar Atem- und Urschreiübungen mit mir im Besucherraum der Station und stocherte ansonsten beharrlich in meinen, bei der Anamnese berichtete Ängsten herum. Dazu muss man wissen, dass es ein Symptom der ALS ist (wusste ich damals auch noch nicht), dass man auf Emotionen, Freude wie Leid, unkontrollierbar überreagiert. Ich musste damals zB. Sendungen, die mich emotional sehr berührten, ob nun freudig oder eben beängstigend, abschalten, weil ich sonst in für mich nicht mehr zu kontrollierende Gefühlsausbrüche geriet.
- Davon hatte ich dem Chefarzt natürlich berichtet und genau das versuchte diese „Logopädin“ nun bei mir auszulösen. Dagegen habe ich mich mehrfach verwahren wollen, erklärte ihr die Situation und bat sie das, vergebens, zu unterlassen.
- Tags drauf wurde ich mit der Diagnose „psychische Störungen“ entlassen. Die ganzen Untersuchungen der einen Woche haben, wie schon zuvor in Barmbeck, erneut über 15.000,00€ gekostet und ich wurde in einem unglaublich desaströsen Zustand hinterlassen.
- Erst eine unheilbare, mich ziemlich grausam bei lebendigem Verstand sicher die kommenden fünf, sechs Jahre töten werdende ALS, dann eine, wenn auch nicht einfach, aber dennoch mit guten Erfolgen behandelbare psychische Erkrankung und dabei das Gefühl dieser Hoffnungsschimmer komme von einem Strolch, dem es nur um die 15.000,00€ Umsatz ging, der seinem Kollegen zuvor aber ansonsten nicht ans Bein pinkeln wollte.
- Obwohl der gesamte Ablauf dort im UKE bis dahin, dass mir am letztem Tag noch meine teure Brille geklaut wurde, als man mich über neun Stunden mit Sack und Pack am Stationsempfang auf zwei noch ausstehende Beratungen warten ließ, keinerlei Anlass zur Hoffnung und Vertrauen mehr rechtfertigte, klammerte ich mich fortan wie ein sich im Wald verlaufen habendes Kind an diese Diagnose einer behandelbaren, psychologische Störung. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich bereits nur noch sehr verwaschen Sprechen und nur noch stark taumelnd kurze Strecken Laufen.
- Diesen vom UKE initiierten Selbstbetrug könnte ich aber nicht lange aufrechterhalten. Zu deutlich drängten sich die, die entsetzliche ALS bestätigenden, weiteren Symptomen in den Vordergrund.
- Ich wollte nun endgültig Klarheit.
- Vom Barmbecker Krankenhaus, dass daraufhin die mir so verunglückt erschienen Messung zur Zunge wiederholte. Die Diagnose ALS wurde nicht nur bestätigt sondern, auf Grund von nun bereits deutlich messbaren Beschädigungen der Pyramiedenbahnen, bestärkt. Eine weitere Messung zur Zunge an der Charit'e in Berlin, bestätigte diese erneut.
- Ich hatte wieder ALS.
- Da ich die Kosten für die mir gestohlenen Brille, die Hälfte die meine Brillenversicherung nicht übernommen hatte, von der Krankenhausrechnung abgezogen hatte nach dem dieses sich mit Winkelzügen weigerten die zu Übernehmen (natürlich auch von der Rechnung die ich meiner PKV, besagter LKH, weiter reichte, also letztlich selber nicht ersetzt bekommen habe - aber eben auch dieses UKE, welches mich so schamlos ausnutzte und dann noch stundenlang erst in die Lage brachte, weil mein Bett bereits wieder vergeben sei, dass mir diese teure Brille überhaupt entwendet werden konnte, nicht ungeschoren davon gekommen.), startete das UKE ein Mahnverfahren gegen mich. [OK, ich war maßlos enttäuscht und verletzt, dass dieser Chefarzt mich, meine verzweifelte Lage derart missbrauchte, die vereinbarte Untersuchung sogar noch verweigerte und sah in diesem Brillendiebstahl, der dort an der Tagesordnung ist, eine kleine Chance mich wenigstens nicht als der am Ende auch noch beklaute Volltrottel zu empfinden]
- Naja, das UKE hat mich auf die 300,00€ verklagt. Da ich, als der Termin dann endlich Anstand, bereits weder noch Laufen oder überhaupt sprechen konnte, wurde ich in Abwesenheit zur Zahlung verurteilt.
- Die Gerichte machen so was heute fast Routinemäßig. Gerichte sind die große Waschanlage, um betrügerisch aufgestellte Forderungen und Kosten zu legalisieren und helfen dann letztlich, für die Täter kostenfrei, auch noch dabei diese so verrechtlichte Beute einzutreiben. Es haben sich heute unzählige "Unternehmen" genau darauf spezialisiert auf diese Weise „legalisiert“, ihre Mitmenschen zu berauben.
- Ich hatte natürlich dem Gericht schriftlich haarklein geschildert, was und wie es vorgefallen sei. Auch, dass die Untersuchung, deren wegen ich überhaupt nur in dieses Krankenhaus gegangen war, letztlich durchzuführen verweigert wurde, womit eigentlich die gesamten 15.000,00€ hinfällig wurden.
- Ich konnte aber eben nur letztlich nicht mehr zum Termin erscheinen, hatte irgendwie innerlich auch bereits alles irdische aufgegeben, war eigentlich bereits am Boden zerstört. Mein ganzes Leben brach ja Stück für Stück vor meinen Augen zusammen und ich konnte nicht einmal mehr dazu schreien oder weglaufen. Das Gericht geht da dann immer den Weg des geringsten Widerstandes und solcher war von mir erkennbar nicht mehr zu erwarten. Ich hatte den Looser-Stern für jeden sichtbar an der Jacke prangen. Man konnte mit mir keinen Blumentopf mehr gewinnen und es würde auch kein Hahn mehr nach mir krähen.
- Heute nun tauchte in meinem Hostel ein Herr auf, der sich dort aufführte, als sei er ein mittelalterlich Inquisitor.
- Ein Herr Werner Kowalzik, der dort im Hostel ein Riesenspektakel veranstalte und trotz der mehrfachen Bitte des Empfangs dort zu warten, man würde mich herbei holen, widerrechtlich im Hotelflur herum irrte und letztlich mit Getose an meine Zimmertür trommelte, dass es nur so durch die Flure dröhnte.
- Ich wurde davon natürlich wach. Kann nicht mehr durchgängig in den Schlaf finden, muss immer warten bis er mich letztlich übermannt. Dann aber schlafe ich für wenige Stunden so fest, dass selbst meine Krämpfe mich nicht mehr heraus zu reißen vermögen. Das ist dann zu jeder Tag und Nachtzeit, halt wenn der Schlaf mich holen kommt.
- Aus einem solchen Schlaf trommelte mich dieser Kowalzik, von dessen Existenz und Anliegen ich zuvor niemals erfahren hatte.
- Man muss nun wissen, ich kann so gut wie keinen Laut mehr von mir geben, also auch kein „Hallo“ und „Ja! Ich komm ja schon“ mehr. Und derart aus einem solchen Erschöpfungsschlaf getrommelt, kann ich auch nicht sofort auf die Beine kommen. Es braucht bestimmt eine halbe Stunde, bis ich das Bett verlassen kann und mir was über gezogen habe, an die Tür gelange.
- Bis dahin war der Kowalzik wieder weg. Die junge Frau vom Empfang hatte ihm letztlich mit Nachdruck dazu aufgefordert, nach dem Ihre Berichte über meinen Zustand dem Kowalzik nicht von seiner Inquisition abzubringen vermochten.
- Er hinterließ mir einen Zettel am Empfang:
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- WERNER KOWALZIK SPRECHSTUNDE
- Obergerichtsvollzieher Mo-Do 15:00-17:00
- beim Amtsgericht Hamburg Mitte Fr. Nach Vereinbarung
- Hofweg 6 Eidesstattliche-Vers. Ort !!!
- 25337 Elmshorn Kieler Str. 162. 22526 Hamburg
- Tel: 04121 7874473
- ..... liegt mir ein Antrag des Gläubigers (UKE) vor ... Verhaftung mit anschließender eidesstattlichen Versicherung .... binnen zwei Tagen ... kann ich Ihre Wohnung auch in Abwesenheit gewaltsam ... öffnen lassen.
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- Obwohl der Empfang mitteilte, dass ich weder Laufen noch Sprechen kann, wird mir als einzige Reaktionsweise das noch Abzuwenden nur eine Rückrufnummer belassen.
- Was soll ich dazu noch sagen? Ich bin da völlig ratlos, werde mich dem aber auf meine letzten Tage nicht mehr beugen. Soll er mich verhaften kommen, hoffentlich denkt er daran einen Krankentanzport zu bestellen, ich werde keine Versicherung mehr abgeben, meine Kasse, die LKH, hätte nach dem Gerichtsurteil die um dreihundert Euro verminderte Rechnung längst voll ausgleichen können und auch müssen. Das Ganze wird einfach nur weiter von Hamburg Mitte aus, dem Hamburger Büro der LKH, auf die Spitze getrieben.
- Wenn ich mich also nach zwei Tagen nicht mehr melde, dann hat Kowalzik mich tatsächlich verhaftet und in einen Schuldenturm verbringen lassen.
- Jürgen Sievers
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