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E-ZaNwk

Mar 31st, 2026
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  1. E-Zigaretten auf Nikotinbasis wahrscheinlich krebserregend
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  3. Sydney – Ein indirektes Krebsrisiko für Konsumierende von nikotinhaltigen E-Zigaretten gilt seit längerer Zeit als gegeben, da diese Personen mit höherer Wahrscheinlichkeit zu Tabakrauchern werden als Nichtraucher.
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  5. Eine davon unabhängige Karzinogenität von E-Zigaretten postulieren nun australische Forschende in einem Review mit neuer Literatur seit 2017, bei der duale Konsumierende von herkömmlichen und E-Zigaretten von vornherein ausgeschlossen waren.
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  7. Die Forschenden erklären, dass der Gebrauch von E-Zigaretten zu einer nicht genau bezifferbaren Zahl von Mund- und Lungenkrebs führt (Carcinogenesis 2026; DOI: 10.1093/carcin/bgag015).
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  9. Im Unterschied zu den klassischen Studien, mit denen der Nachweis der Karzinogenität des Zigarettenrauchens in den 1960er-Jahren unzweifelhaft nachgewiesen werden konnte – nach fast 100 Jahren, in denen dieser Zusammenhang in medizinischen Publikationen diskutiert wurde – sind E-Zigaretten für die einen kausalen Nachweis ermöglichenden epidemiologischen Studien noch nicht lange genug auf dem Markt.
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  11. Die Forschenden um Bernard Stewart von der Discipline of Paediatrics and Child Health an der University of New South Wales werteten daher Studien zu Biomarkern, Tierstudien, biochemische Analysen der Inhaltsstoffe, Fallstudien sowie Reviews aus, in denen der Zusammenhang von E-Zigarettenrauchen mit verschiedenen Krebsarten analysiert wurde.
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  13. In dem Review legen die Forschenden zunächst Daten zu krebserregenden Eigenschaften der Aerosole von E-Zigaretten sowie verschiedener Inhaltsstoffe in Tiermodellen vor. Zu Letzteren zählen unter anderem Acrolein, Benzol, 1,3-Butadien, Formaldehyd, Ethylenoxid, o-Toluidin, Trichlorethylen, Acrylamid, N,N-Dimethylformamid, Styrol, Acetaldehyd, Acrylnitril, 1-Brompropan, Propylenoxid, Nickelmetall und seine Salze sowie Chrom(VI)-Verbindungen.
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  15. Ein Kernstück der Publikation sind 10 mechanistische Faktoren in der aktuellen Literatur, die auf eine Rolle bei der Krebsentstehung schließen ließen. Diese sind Genotoxizität, metabolische Aktivierung, die Veränderung von DNA-Reparatur oder die Induzierung genomischer Instabilität, die Induzierung epigenetischer Alterationen, von oxidativem Stress, von chronischer Entzündung, von Immunsuppression, die Modulierung rezeptorvermittelter Effekte, zelluläre Immortalisierung sowie der Einfluss auf Zellproliferation, Zelltod oder Nährstoffversorgung.
  16. Chronische Entzündungen durch E-Zigaretten
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  18. Als ein Beispiel für die Materialsammlung und -interpretation durch sei die Auslösung chronischer Entzündungen dargestellt: Nach Auswertung zahlreicher Studien an Tiermodellen und In-vitro-Studien kamen Forschende in den USA im Jahr 2022 zu dem Schluss, dass die Exposition gegenüber E-Zigaretten die Ausschüttung der proinflammatorischen Zytokine TNFα, IL-6 und IL-1β in Epithelzellen und Immunzellen der oberen Atemwege und der Lunge induziert (Annu Rev Physiol; DOI: 10.1146/annurev-physiol-061121-040014).
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  20. Im Jahr 2023 wurde festgestellt, dass E-Zigaretten-Aerosole nachweislich die Konzentrationen der Zytokine IL-8 und COX2 erhöhen. Im Atemwegsgewebe verstärken E-Zigaretten die pulmonale Signalübertragung für Neutrophile und Alveolarmakrophagen, unabhängig davon, ob die E-Flüssigkeit Nikotin enthielt (Cells; DOI: 10.3390/cells12212552).
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  22. 2025 berichtete eine weitere Forschungsgruppe, dass Ratten, die 6 Wochen lang E-Zigaretten-Aerosol oder in ähnlicher Weise Tabakrauch ausgesetzt waren, einen signifikanten Anstieg proinflammatorischer Zytokine im Serum aufwiesen, insbesondere in der Aerosol-exponierten Gruppe (Front Immunol; DOI: 10.3389/fimmu.2025.1525166).
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  24. Ein anderes Studienteam dokumentierte 2025 qualitative Ähnlichkeiten bei den molekularen Indikatoren für Entzündungen und oxidativen Stress in Rattenlungen, die auf Emissionen von E-Zigaretten, Zigaretten und Wasserpfeifen zurückzuführen waren und in allen Fällen mit histopathologischen Veränderungen einhergingen (Gene; DOI: 10.1016/j.gene.2024.149066).
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  26. „E-Zigaretten wurden vor etwa 20 Jahren eingeführt. Wir sollten nicht weitere 80 Jahre warten, um zu entscheiden, was zu tun ist“, erklären die Autoren des aktuellen Reviews im Hinblick auf die lange Dauer bis herkömmliche Zigaretten als krebserregend eingestuft worden sind.
  27. Kritische Einordnung der Studie
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  29. Die Erklärung der Karzinogenität nikotinhaltiger E-Zigaretten durch die australische Forschergruppe rief bei Fachleuten weltweit unterschiedliche, indes vielfach kritische Reaktionen aus. Martin Widschwendter, Professor für Krebsprävention und -Screening und Direktor des European Translational Oncology Prevention and Screening (EUTOPS) an der Universität Innsbruck unterstrich, dass epidemiologische Daten zur Krebsinzidenz bei ausschließlichen E-Zigaretten-Nutzern ohne Tabak-Vorexposition praktisch nicht existieren – weil es die E-Zigaretten erst seit etwa 2010 gibt.
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  31. Man habe indes mechanistische, epigenetische und präklinische Evidenz: „Aus meiner persönlichen Sicht ist zudem ein grundlegendes Prinzip relevant: Alle Substanzen, die zu erhöhtem Zelltod führen – durch Zytotoxizität, Entzündung, oxidativen Stress oder andere Mechanismen –, erhöhen den Regenerationsdruck auf Stammzellen und damit sehr wahrscheinlich das Krebsrisiko, unabhängig von spezifischen Karzinogen-DNA-Addukten.“ Und, so betonte der österreichische Onkologe: „E-Zigaretten-Aerosole erfüllen alle zehn ‚Key Characteristics of Carcinogens‘ des IARC“, der Internationalen Agentur für Krebsforschung.
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  33. Ute Mons, Leiterin der Abteilung Primäre Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, erwartet, dass die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) in den kommenden Jahren eine Bewertung der Karzinogenität von E-Zigaretten beauftragen werde.
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  35. Die derzeitige Datenlage sei am ehesten mit einer Einstufung als „möglicherweise karzinogen für den Menschen“ (Gruppe 2B) vereinbar, da Hinweise auf Tumorentwicklung aus Tierstudien sowie Befunde aus Tier- und Laborstudien vorliegen, die verschiedene krebserzeugende Mechanismen stützen: „Für eine höhere Einstufung scheint die Datenlage noch nicht konsistent genug und nicht ausreichend stark.“
  36. Krebsrisiko durch E-Zigaretten womöglich überschätzt
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  38. Sehr zurückhaltend bewertet Stephen Duffy, emeritierter Professor of Cancer Screening an der Queen Mary University of London den Review und die in ihm gezogenen Schlussfolgerungen: „Da es keine fundierten epidemiologischen Belege dafür gibt, dass das Vapen beim Menschen Krebs verursacht, gibt dieser Artikel einen Überblick über die Forschung zu den Inhaltsstoffen von Vapeprodukten, über Biomarkerstudien am Menschen sowie über Erkenntnisse aus Tierversuchen. Es ist wahrscheinlich, dass die Substanzen beim Dampfen potenzielle krebserregende Wirkungen haben, ähnlich wie so viele Dinge, die Menschen essen, trinken oder einatmen.“
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  42. Links
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  44. Abstract der Studie in Carcinogenesis 2026 https://doi.org/10.1093/carcin/bgag015
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  48. Duffy geht davon aus, dass die Forschenden die Ergebnisse krebserregenden Eigenschaften der E-Zigaretten womöglich überschätzen: „Beim Vapen kommt es nicht zu einer Exposition gegenüber den Verbrennungsprodukten des Rauchens, die massive krebserregende Wirkungen haben."
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  50. Heftige Kritik an der Methodik der australischen Forschenden äußert Lion Shahab, Professor of Health Psychology und Co-Direktor der UCL Tobacco and Alcohol Research Group vom University College London: „Die Autoren unternehmen keinen Versuch, sich kritisch mit den von ihnen untersuchten Studien auseinanderzusetzen (oder gar die Grenzen ihrer eigenen Untersuchung aufzuzeigen).“
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  52. Dies werde durch die Einbeziehung mehrerer Studien deutlich, die angeblich belegen sollen, dass E-Zigaretten Krebs verursachen, und die in der Vergangenheit aufgrund methodischer Probleme heftig kritisiert worden seien.
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  54. Es sei klar, so der Londoner Experte, dass E-Zigaretten die Nutzer schädlichen Chemikalien aussetzen, die später zu Erkrankungen führen können, doch er warne dringend davor, die Beweislage zu dramatisieren. Niemand würde behaupten, dass E-Zigaretten völlig risikofrei sind. Sie sollten als Mittel zur Schadensminderung eingesetzt werden, um Rauchern zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören und ihr Risiko für rauchbedingte Erkrankungen zu senken. Sie sollten nicht von Personen verwendet werden, die noch nie geraucht haben.
  55.  
  56. rdg
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