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a guest Nov 12th, 2018 162 Never
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  1. Für ein möglichst selbstbestimmes, vielfältiges Studium & eine Demokratisierung des OSI - und der Gesellschaft.
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  3. 1. Das OSI hat sich in den letzten Jahrzehnten schon krass in der Vielfalt der Lehre verschlechtert - nun soll dies in der Studienreform zementiert werden. Die Wahlfreiheit, die es jetzt noch in einigen Studienabschnitten gibt, ist ebenso bedroht. Konkret heißt das: Die großen Bereiche IB und Systeme/Vergleich würden in der neuen Studienordnung ab WiSe 19/20 wesentlich stärker repräsentiert sein. Und Politische Theorie? Man könnte doch tatsächlich einen BA in Politikwissenschaft absolvieren und dabei nur ein Proseminar in Politische Theorie belegt haben. Noch schlimmer: Die außerplanmäßige Professur für Politische Ideengeschichte wird ab 2019/20 wegfallen - das scheint weder die meisten Profs wirklich zu stören, noch viele Studierende. Dabei ist sie das normative Fundament dieser Wissenschaft.
  4. Das Sachzwang-Argument, es sei kein Geld da, ist lächerlich angesichts von Millionen, die demnächst durch das neue Exzellenzcluster SCRIPTS fließen. Angeblich fehlendes Geld für neue Stellen ist viel eher der Ausdruck von fehlendem politischen Willen oder schlicht Naivität oder gar bewusster Strategie. Es kann nicht sein, dass Millionen für Forschung da sind, aber nicht für Lehre. Dass sich das OSI dermaßen an den herrschenden Zeitgeist anpasst, ist traurig und wird seiner kritischen Tradition nicht gerecht.
  5. Jeder Begriff von Demokratie oder Freiheit wird irgendwann lächerlich, wenn dessen Ideengeschichte ausgeblendet wird. Angesichts der autoritären Einrichtung der Gesellschaft, welche sich verschlimmert (Leipziger Studie 2018), gerade das Studium der politischen Ordnungen und Ideen im Laufe der Geschichte zu minimieren, ist auch für alle Verfechter*innen der liberalen Demokratie kompletter Unsinn. Der Witz ist, dass das neue Exzellencluster SCRIPTS die Herausforderungen des liberalen Modells erforschen soll - scheinbar ohne ideengeschichtliche und tiefgehende politktheoretische Fundierung. Ohnehin zieht sich das OSI schon seit Jahren aus der Grundlagenausbildung zurück: Während die Lehre im Master zu 50% von Professor*innen gegeben wird, liegt diese Quote im Bachelor nur bei 20%. Die Profs interessieren sich nicht für den BA.
  6. Daher: Für eine vielfältige Lehre im BA und eine Stärkung der Politischen Theorie! Für eine neue Professur für Politische Ideengeschichte! Für eine vernünftige Grundfinanzierung von Hochschulen statt Exzellenzwettbewerb, unter der die Lehre leidet!
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  8. 2. Aber auch ganz konkret für alle, die am OSI studieren und nicht das Glück millionenschwerer Forschungsgelder zu haben: Wer nicht an Entscheidungen an der Uni beteiligt wird, wer in seinem Alltag wenig Selbstbestimmung erlebt oder wer Kindern zukünftig Politische Bildung vermitteln soll - jede Gesellschaft, die auf irgendeine freiheitliche Form von Partizipation fußt, schießt sich ins eigene Knie, wenn es kein Mindestmaß an Erziehung zur Mündigkeit, politischer Demokratiebildung oder der Möglichkeit Einfluss auszuüben gibt.
  9. Das OSI ist nach 1945, nach der Nazi-Zeit, auch mit dem Anspruch gegründet worden, Menschen zur Demokratie zu erziehen. Nach aktueller Leipziger Studie sind nur 30 Prozent genuin demokratisch eingestellt. Diese Zahlen werden weiterhin sinken, wenn es 1. mehr Vorlesungen statt Seminardiskussionen, 2. weniger Geld für Politische Theorie&Ideengeschichte und 3. ein Studium mit geringerer Wahlfreiheit und Vielfalt in der Lehre gibt.
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  11. 3. Im Methodenbereich dominiert jetzt schon die quantitative Sozialforschung und soll durch eine zusätzliche Statistik-Vorlesung gestärkt werden. Positivismus fights back, oder was? Während es jedes Semester schwer fällt, Seminare mit qualitativem Methodenbezug anzubieten, droht dieser Bereich noch weiter minimiert zu werden.
  12. Der Arbeitsbereich "Gender&Diversity" kann nicht allein dazu verpflichtet werden, da dieser schon genug mit grundständiger Lehre in anderen Abschnitten beschäftigt ist und in einem Jahr der neue Master startet. Ein Gender-Master, bei dem nach jetzigem Reformstand nicht ausgeschlossen ist, dass die OSI-eigenen BA-Studierenden diesen nicht studieren könnten. Ein Blick ins Vorlesungsverzeichnis zeigt: Alle anderen Arbeitsbereiche am OSI ruhen sich darauf aus, dass der Arbeitsbereich Gender&Diversity irgendwie schon genügend anbieten wird. Die über viele Jahre auch praktizierte Idee, Gender als Querschnittsthema durch Seminare mit GEND-Kürzel in allen Arbeitsbereichen anzubieten, gehört wohl der Vergangenheit an. Wir treten für eine vielfältige Methodenausbildung und eine Stärkung von Gender und Feminismus im Studium ein!
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  14. 4. Zu schlechter Letzt: noch eine Info zu den studentischen Tutorien zur Einführungsvorlesung. Dass über das letzte verbliebene Refugium studentischer Lehre am OSI noch ernsthaft gestritten werden muss, ist unglaublich! Doch einige Sturköpfe unter den Profs wollen die Tutorien abschaffen oder so ummodeln, dass nur wenige davon profitieren und sie nur als reiner Service zur Vorlesung fungieren. Wir werden alles dafür tun, dass die studentischen Tutorien erhalten bleiben!
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  18. Das OSI bekommt immer mehr Risse. Zeigt, dass euch das nicht egal ist. Bildet euch ein Urteil! Kommt zum Protest, durch Flyer, durch Kritik im Institutsrat (21.11. 9-11, Hörsaal B) oder was euch sonst noch einfällt.
  19. Ohne den entschiedenen Widerspruch der Studierenden werden wir nicht einmal den Status Quo verteidigen können!
  20. Protest dafür, dass weiterhin kritische Gedanken am OSI diskutiert werden!
  21. Für ein selbstbestimmtes und vielfältiges Studium & eine demokratischere Uni und Gesellschaft!
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  23. Treffpunkt Protest-Initiative: diesen Donnerstag um 16 Uhr im Foyer in der Ihnestr. 21.
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