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Aug 18th, 2026
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  1. KSC-Trainerstab vor Münster: So entsteht der Matchplan
  2. Vor dem Pokalspiel in Münster arbeitet der Trainerstab des Karlsruher SC wieder Hand in Hand. Drei Assistenten feilen mit dem Cheftrainer Maximilian Senft an Standards, Matchplan und mentaler Vorbereitung.
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  4. Für den KSC hätte es in der ersten Runde des DFB-Pokals fraglos dankbarere Aufgaben gegeben als die bevorstehende in Münster. Ein Zweitliga-Absteiger, der einen riesigen Kaderumbruch hinter sich hat, war für dessen Gegner einige Unwägbarkeiten mit sich bringt. Das Preußenstadion ist nach wie vor eine Dauerbaustelle. Den Karlsruher SC erwartet dort ein Underdog, der unter Flutlicht seine Chance sieht, eine besondere Geschichte zu schreiben
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  6. Team für die Detailarbeit im Alltag
  7. Auf die KSC-Profis könnte am Freitag (18 Uhr/Sky und Live-Ticker auf bnn.de) also ein K.o.-Spiel zukommen, das sie auch mental fordern wird. Verlängerung und Elfmeterschießen sind denkbar. Die Vorbereitungen dafür laufen nicht nur auf dem Rasen. Viele Köpfe und Hände sind beim Zweitligisten daran beteiligt, darunter die drei Schattenmänner des Cheftrainers Maximilian Senft.
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  9. Nicht von ungefähr hatte Senft im Interview mit der BNN-Sportredaktion für das Saison-Magazin „1894“ den Trainerstab mit seinen drei Assistenten als „X-Faktor“ bezeichnet, als Schlüssel fürs Besondere. In diesem Team werden Gegner seziert, Standards bis ins Detail durchdekliniert, Spielverläufe auf ihre Dynamik abgeklopft und für Einwechselspieler am Spieltag eigens Besprechungen vorbereitet.
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  11. Daniel Gordon (41) feilt an Eckbällen und Freistößen, Eduard Buxmann (31) hat ein besonderes Auge auf die Abwehrspieler und die Sechser, entwirft außerdem zusammen mit dem Analysten Alexander Belinger (31) den Matchplan. Emmanuel Faloba (35) schaut speziell auf die Offensive, auf die Körpersprache und die Resilienz.
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  13. So entsteht Woche für Woche ein engmaschiges Netz aus Abläufen, Regeln und Rollen. Vor dem Pokalspiel in Münster zeigt sich besonders deutlich, wie dieses Trainerteam arbeitet: akribisch und mit einer hohen Kommunikationsdichte – immer mit dem Anspruch, dem Fußball ein Stückchen Zufall zu entreißen.
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  15. Der Freistoß-Flüsterer
  16. Daniel Gordon arbeitet dort, wo Spiele kippen können, obwohl der Ball ruht. In Senfts Trainerteam ist das Aufgabenfeld des ehemaligen Profis klar umrissen: Standardsituationen. Eckbälle, Freistöße, offensiv wie defensiv. Sein Hauptaugenmerk liege genau darauf, erzählt Gordon. Denn diese Rolle ist im neuen KSC-Kosmos kein Nebenschauplatz, sondern ein Hebel.
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  18. Senft habe der Bedeutung von Standards „nochmal viel höheres Gewicht“ gegeben, erzählt Gordon, der als einziger aus dem letzten Trainerteam von Senfts Vorgänger Christian Eichner übrig blieb.
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  20. Entsprechend akribisch ist die Arbeit. Gegner werden auf Muster, Größen, Räume und Schwachstellen abgeklopft.
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  22. Im Training gibt es wöchentlich eine feste Einheit alleine dafür. Es geht, wie Gordon sagt, um „Wahrscheinlichkeitserhöhungen“ – also darum, die Chance auf eigene Tore zu steigern und die Gefahr gegnerischer Treffer zu senken. Die Münsteraner beispielsweise seien mit Größe und körperlicher Wucht zu erwarten, weiß Gordon, „ähnlich wie Kaiserslautern“.
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  24. Die Grundlage für die Standards sind feste Verhaltensmuster. Gordon erläutert: Die Spieler sollen „aggressiv und gegen den Gegner“ arbeiten, der Schütze muss die Zone treffen, der Zielspieler mit Timing und Durchsetzungsvermögen hineinlaufen.
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  26. Die Detailarbeit ist der Hebel für uns.
  27. Daniel Gordon
  28. Coach für die Standards
  29. Für Außenstehende mögen Armzeichen vor Eckbällen oft rätselhaft wirken, für Gordon sind sie Teil eines Codesystems – nur eben keines, das Erfolg garantiert.
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  31. Entscheidend sei, dass die Mannschaft in diesen Momenten Orientierung habe. Genau darum geht es ihm auch mit den inzwischen sichtbaren Playbooks am Spielfeldrand: nicht Überfrachtung, sondern Sicherheit und Hilfestellung. Gordon hatte damit schon in der KSC-Akademie seine Erfahrungen gemacht.
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  33. Der zwischen 2012 und 2023 insgesamt 273-mal für den KSC in Pflichtspielen zum Einsatz gekommene Verteidiger spricht von wissbegierigen KSC-Profis, die solche Hilfen dankbar annehmen. Seine Quintessenz passt zum gesamten Ansatz unter Senft: „Die Detailarbeit ist der Hebel für uns.“
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  35. Defensiv-Trainer und Matchplaner
  36. Eduard Buxmann ist einer, dessen Sätze viel über ihn verraten. „Die Software war immer besser als die Hardware“, sagt er über seine eigene Spielerkarriere – ein schöner, selbstironischer Befund über einen früheren Abwehrspieler, dessen Laufbahn als Amateurkicker an Verletzungen zerbrach. Mit 23 war nach mehreren Knie-OPs Schluss.
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  38. Letztes Jahr riss ihm sogar als Co-Trainer beim Aufwärmen das Kreuzband. Das Spiel zog er trotzdem durch. „Jeder hat seine Aufgabe“, sagt Buxmann. „Erst das Match, dann der Rest.“ Es ist ein Satz, der wie ein Schlüssel zu seinem Arbeitsverständnis wirkt.
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  40. Zum Profifußball kam er nicht, weil er das unbedingt wollte, sondern weil er Lust an der Entwicklung hatte. Nach der letzten Verletzung wollte der Südbayer eigentlich Golf spielen. Dann fragte ihn aber sein Heimatverein, ob er eine Jugendmannschaft übernehmen wolle.
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  42. Zwei Trainings, ein Spiel, „kein schlechtes Geld“ – vor allem aber viel Freude. Aus Spaß wurde Ehrgeiz, aus Ehrgeiz eine Laufbahn über Wacker Burghausen und SV Ried bis nach Karlsruhe, wo er gleich am ersten Tag baff war, wie freundlich die Leute hier doch sind.
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  44. Mit Senft verbindet Buxmann ein beim österreichischen Bundesligisten gewachsenes Vertrauensverhältnis. Über Fußball denken sie gleich, das haben sie während ihrer Zusammenarbeit in der Rieder „Ideenwerkstatt“ erfahren.
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  46. Die Software war immer besser als die Hardware
  47. Eduard Buxmann
  48. Mann für den Matchplan
  49. Besonders schätzt Buxmann am Cheftrainer, dass der „ergebnisunabhängig“ denke und selbst in schwierigen Phasen immer frage: „Was sind die nächsten Hebel?“ Für Buxmann ist das kein Trainer-Sprech, sondern eine Charakterfrage: „Da beweist er einfach immer wieder Mut und zieht sein Ding durch.“
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  51. Im Alltag ist Buxmann so etwas wie der Matchplaner im Hintergrund. Er bereitet mit Senft und mit dem Spielanalysten Alexander Belinger den Gegner vor, denkt in Profilen, Systemen und möglichen Interaktionen. Er schaut Spiele, analysiert Trainerverhalten, entwirft Szenarien. Natürlich wird auch nach Mustern geforscht, die Münsters Trainer Thomas Wörle erkennen ließ, als er noch den SSV Ulm 1846 trainierte und auf Teams traf, die einen ähnlichen Ansatz pflegten wie aktuell der KSC.
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  53. Einmal pro Woche kommt ein Schiedsrichter vom Verband in den Wildpark, wo er beim Zweitligisten dann ein Trainingsspiel Elf gegen Elf leitet. Darin wird der nächste Gegner simuliert, in dieser Woche eben das in einem 3-4-3 zu erwartende Team aus Münster - in diesem Fall unter Einsatz des DFB-Pokal-Spielballes. Alles spielnah also.
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  55. Am Spieltag sitzt Buxmann zunächst während der ersten halben Stunde oben auf der Tribüne, „emotionsloser“, mit besserem Blick auf Muster und Abstände. Mit der Bank ist er per Headset dann zum Austausch erster Einschätzungen verbunden, später wird er dann selbst an den Spielfeldrand wechseln.
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  57. Während der Woche betreut er vor allem Defensivspieler und Sechser in der Einzelanalyse. Buxmann verkörpert damit jenen nüchternen, strukturierten Teil des Systems Senft, der aus Beobachtung Planung macht – und aus Planung möglichst einen Vorteil.
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  59. Kopf-Arbeiter nicht nur für die Stürmer
  60. Wenn Emmanuel Faloba auf ein Spiel schaut, sieht der Fußballtrainer mehr als Räume, Läufe und Passwinkel. Der gebürtige Augsburger erkennt Stimmungen. Kipppunkte. Körpersprache. Momentum.
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  62. In Senfts Trainerteam ist der 34-Jährige der Ansprechpartner für alle Offensivspieler im Kader und unter anderem für die mit ihnen angestellten Einzelanalyse zuständig, zugleich aber auch für einen Bereich, der im Fußball oft beschworen und selten so konkret bearbeitet wird: die mentale Dynamik eines Spiels. Bevor er zur SV Ried kam und Senft kennenlernte, war er bei Red Bull Salzburg zehn Jahre in unterschiedlichen Funktionen im Nachwuchsbereich tätig, unter anderem auch als Sportpsychologe.
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  64. Faloba hat Sportpsychologie studiert und diesen Fokus schon früh geschärft. Heute erstellt er nach jeder Partie nicht nur eine klassische Analyse, sondern auch eine „mentale Spielanalyse“. Wann hatte der KSC sein Momentum? Wann der Gegner? Wie reagierte die Mannschaft auf Fehler, Rückschläge, Atmosphäre? Wie resilient trat sie auf?
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  66. Das passt zu einem Trainerteam, das sehr tief in Details einsteigt. Faloba, wie Buxmann Inhaber der UEFA-A-Lizenz, plant Teile des Trainings mit und unterstützt Senft bei der Matchplan-Vorbereitung – ausdrücklich auch auf der psychologischen Ebene. Für den Spieltag organisiert er zudem ein eigenes Meeting mit den Einwechselspielern.
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  68. Dahinter steckt ein klarer Gedanke: Wertschätzung für jeden im Kader und Bewusstsein dafür, dass Einwechselspieler „nochmal einen besonderen Job“ haben, weil sie ein laufendes Spiel verändern und entscheiden können.
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  70. Gerade vor besonderen Aufgaben wird Falobas Rolle greifbar. Das Derby in Kaiserslautern etwa lieferte ihm reichlich Material: Anfangsnervosität, fehlende Risikobereitschaft, die Wucht der Atmosphäre. Seine Antwort darauf ist praktische Hilfestellung. Die Tools: Perspektivwechsel, konkrete Vorbereitung, Fokus auf kontrollierbare Handlungen. Diese Woche ist es natürlich Thema, dass die erste längere Busanreise zu einem Auswärtsspiel ansteht. So geht es darum, zum richtigen Zeitpunkt in den Spannungsaufbau zu kommen.
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  72. Faloba ist einer, der den Fußball unter Senft um eine Ebene ergänzt: Er soll nicht nur funktionieren, sondern auch mental tragen, wenn das Spiel unruhig wird. Er selbst ist dann immer der Ruhigeste auf der Trainerbank.
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