notwendig

Circus Maximus

Oct 24th, 2017
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Never
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  1. Liebe K****, lieber D****,
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  3. ich schreibe Euch heute diese Bitte um Euren Rat, weil ich selber so in einer auch emotionalen Zwickmühle stecke, dass ich alleine keinen Ausweg finde, welcher mir vom Herzen her gangbar und niemanden verletzend erscheint.
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  5. Es geht um die G****, welche zu mir geschickt wird, mir zu helfen und doch selbst der Hilfe bedarf.
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  7. Letzten Anlass Euch um Euren Rat zu bitten ist, dass G****, wohl um zu saugen, den Stecker des Ladegerätes raus gezogen hatte und vergaß ihn wieder hinein zu machen, wodurch mein Rollstuhl nicht aufgeladen wurde über Nacht. Kein Problem, er ließ sich noch auf Reserve soweit bewegen, um das Bett und den Toilettenstuhl weg zu räumen und das Ladegerät erreichen - wieder ein stöpseln zu können. Also nur einer der vielen Unaufmerksamkeiten der so lieben G****.
  8. Schlimmer war da schon, dass sie beim Betterbauen, aus für mich unerfindlichen Grund, die unter voller Spannung stehende Abzweigdose unter meinem Kopfkissen vergessen hatte. In diese ist dann im Schlaf der Speichel geflossen, den ich wie ihr wisst unkontrolliert in großen Mengen verliere. Ich bin dann von dem Zischen und Geruch aufgewacht und habe die klitschnasse Abzweigdose raus geschmissen. Das ist dann schon nicht mehr so einfach zu verarbeiten, macht ein ungutes Gefühl. Und es gab viele „Vorfälle“, sodass ich mich nun wieder Mal um Rat an Euch wenden möchte.
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  10. G**** braucht eigentlich selber Hilfe, ihr langes Leben gerät selber aus allen Fugen! Sie ist nun auch da angekommen, wo keinerlei Gewinne mehr aus ihrem Strampeln um etwas Glück, selbst aus dem ums eigene Überleben nicht, mehr gezogen werden kann von den Eliten für deren Herrchen.
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  12. Mir ist klar, dass wir alle unser Zusammenleben soweit end-menschlichen haben (lassen), uns in eine kein Ende zu findende scheinende Konkurrenz um die Gunst (Geldbeträge) der neuen - sich zu Herrenrasse aufschwingenden Eliten treiben und getrieben haben, sodass nun die Hilfebedürftigen gezwungen werden sich untereinander, kostenneutral für diese Eliten, zu erhalten oder einfach zu „verschwinden“ von ihrem Monopoly Spielfeld.
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  14. Versteht mich bitte nicht falsch, ich will hier nicht jammern, mich zum Opfer dieser für uns alle, für mich sich seit den siebzigern sich abzeichnende Entwicklung aufspielen, mir von Euch eine Portion des mich Bedauerns zu erheischen.
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  16. Ich habe mich, mir immer der Grausamkeit bewusst aber erfolgreich verdrängend, auf dieses makabere Spiel verführen und damit eingelassen. Habe auch, jung und vor Kraft und Ideen strotzend, jeden Gegner nieder gerungen im Circus-Maximus dieser Eliten. Um unsere Herrchens Wohlgefallen, der mir dafür hingeworfenen Brocken wegen. Und auch ich glaubte als Held und Vorbild in die Annalen der neu aufgelegten Gladiatoren„-spiele“ einzugehen, ein Bill Gates oder doch wenigsten Ackermann zu werden. So wie wir wohl alle es glauben, solange wir uns nur aus eigener Kraft auf den Beinen halten können. Was auch sonst, sie haben ihrer Kalfaktoren und Spitzel bis in die Spitzen von Bildung, Verwaltung, Gerichtswesen und nun Politik getrieben. Ich hatte auch keine Vorbilder mehr, denen ich einen anderen Weg folgend - meinen eigenen finden hätte können. Ich marschierte im Takt der Pauken der Elite-Medien in Reihe und Glied in deren Arena, mich dem Kampf um ihre Gunst und damit ihrer Gewährung eines vermeintlich anständiges Überleben zu stellen. Und ich habe es dabei auch unterlassen mein eigenes Leben zu realisieren.
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  18. Nun sitze ich hier in diesen Rollstuhl. Muss erleben, wie ich ein um den anderen Muskel, eine um die andere Bewegungsfreiheit verliere, und bin auf die Hilfe von Mitmenschen angewiesen. Die Hilfe von Menschen, aus denen diese Eliten auch keine nennenswerte Vorteile für sich mehr durch uns erstreiten lassen können. Großzügig erlauben sie dem Stummen den Blinden zu stützen und den Amputierten für den Stummen zu sprechen und der G**** mir „soziealabgabenpflichtig“ in einem vorgegebenen Zeittakt zur Hand zu gehen.
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  20. Und die G**** schnappt dabei selber nach Luft, kann sich kaum mehr über Wasser halten, geschweige denn sich darauf konzentrieren, was für mich wichtig wäre. Und so sehe ich sie sich um mich wirklich bemühend und erlebe wie ihre eigene Sorge ihr nicht mehr genügend Kraft belässt, um auch mich noch sicher stützen zu können.
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  22. Eigentlich, und so erhoffen es sich die besagten Eliten, müsste ich, der Lahme, Sie, die so schwer Beladene, zur Rechenschaft ziehen. Sie ermahnen, doch mehr der ihr noch verbliebenen Kraft und Konzentration für mich auf zu wenden, keine solchen Fehler mehr zu begehen. Ihr klar machen, dass ich sonst ihrer Zuhälterei Mitteilung machen müsse, die mir einen noch intakteren Menschen schicken sollen.
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  24. Aber was könnte ich damit doch nur erreichen? Ich verschlimmerte die Situation eines mir ins Herz gewachsenen Menschen doch nur noch. Es liegt doch nicht mehr in G****s Hand - sondern an den Umständen - in denen wir gehalten. Durch die Weitergabe von Angst und Schrecken, durch Drohungen kann und will ich einen bereits selbst am Boden liegenden Mitmenschen nicht zum Aufstehen und mich doch gefälligst sicherer weiter zu Tragen nötigen. Sie würde dadurch noch unkonzentrierter, ihre und meine Lage noch brenzliger.
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  26. Was wenn ich auf dem elektrischen Bett umgekommen wäre, welches die G**** mir so abwesend bereitete? OK, für mich wäre, wenn auch grausam, der Spuk vorüber und für die liebe G**** ginge er erst richtig los.
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  28. Für den Marktplatz der Elite-Medien ein gefundenes Fressen. Gerade richtig, um uns Strampler in den Arenen weiter an zu treiben. Anzugtreiben, unsere eigene Haut zu retten, unser uns Gegenübergestelltes endlich nieder zu konkurrieren, um der Mittel wegen, die Versicherung (Illusion) vor einem solchen Schicksal verschont zu werden, weiter einkaufen zu dürfen.
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  30. Ach könnte ich doch nur noch sprechen. Ich nähme die G**** mit sanften Worten in den Arm, ihr all ihren Schmerz zu entlocken, auf dass sie vertrauen könnten sich bei mir in Sicherheit zu befinden, ruhig und überlegt mir zur Hand und ins Herz gehen zu können. Doch die unnachgiebige Trommel meiner Pflegestufe geben den Takt vor in dem wir einander begegnen dürfen, übertönen donnernd und unaufhaltsam mein Schweigen müssen.
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  32. Was kann ich tun? Sie weiter gewähren lassen als sei nichts geschehen? Mich dieser Gefahr weiter aussetzen oder sie damit auf einem Stück Papier konfrontieren? Wohl wissend, dass wir als in dieser Arena gegenübergestellte, nicht angstfrei zueinander finden können. Die alles übertönenden Trommeln der Eliten uns unerbittlich gegeneinander auf zu marschieren rufend, damit die Ränge erleben sollen wie es ihnen ergeht, wenn sie nicht mehr von Nutzen.
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  34. Die Zwangsbezahlmedien sind in diesem Spiel die Flachbildschirme, aufgehängt in den Ställen der Massentierhalter, den darin Konkurrierenden unentwegt das Treiben in den Schlachthäusern vorzuführen. Und dabei ringen sie doch selbst nur um eine höhere Quote wie die um sie herum ein gepferchte Konkurrenz.
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  36. Liebe K****, lieber D**** könnt ihr mir aus diesen Dilemma heraus helfen? Habt ihr eine Idee, wie wir alle gemeinsam eine Nische im Circus Maximus finden können, die uns vor den Blicken aus den Rängen schützt und angstfrei zueinander finden lässt?
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  38. In Liebe Euer Jürgen
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