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Sachsens letzter Auschwitz-Wachmann aufgespürt

May 25th, 2013
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  1. Samstag, 25.05.2013
  2. Sachsens letzter Auschwitz-Wachmann aufgespürt
  3. NS-Fahnder ermitteln gegen einen ehemaligen KZ-Aufseher aus dem Freistaat. Wird ihm der Prozess gemacht?
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  5. Dresden. Die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen hat Vorermittlungen gegen einen Sachsen aufgenommen. Das bestätigte der Leiter der Ludwigsburger Behörde, Oberstaatsanwalt Kurt Schrimm, auf SZ-Anfrage. Der 91-Jährige, von dem weder Name noch Wohnort bekannt gegeben werden dürfen, war im Zweiten Weltkrieg Mitglied der SS und Aufseher im größten NS-Vernichtungslager Auschwitz. Dort ermordeten die Nationalsozialisten mehrere Millionen Menschen, darunter hauptsächlich Juden. Sollte sich der Verdacht gegen den mutmaßlichen Ex-Kriegsverbrecher aus dem Freistaat erhärten, könnte ihm der Prozess gemacht werden.
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  7. Der Name des Mannes befindet sich auf einer Liste mit insgesamt 51 noch in Deutschland lebenden ehemaligen Aufsehern des KZ. Die Zentrale Stelle hat diese Liste vom Auschwitz-Museum bekommen. Nun prüft sie, ob die Ex-SS-Wachen bereits früher wegen ihrer Taten strafrechtlich verfolgt wurden, was neue Ermittlungen ausschließen würde. „Im Anschluss muss geklärt werden, wann und in welcher Einheit sie tätig waren und wie viele Menschen in dieser Zeit ermordet wurden“, so Oberstaatsanwalt Schrimm.
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  9. „Bestätigen sich einzelne Verdachtsmomente, werden wir Fälle an die jeweiligen regionalen Justizorgane weiterreichen, die dann über eine Anklage entscheiden müssen.“ Erst kürzlich hat die Stuttgarter Polizei den ersten der 51 Verdächtigen festgenommen. Dem 93-jährigen einstigen SS-Mann Hans Lipschis wird vorgeworfen, als KZ-Aufseher in Auschwitz zwischen 1941 und 1945 mehrfach Beihilfe zum Mord geleistet zu haben. Eine entsprechende Anklage ist in Vorbereitung.
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  11. Lange galten solche Prozesse als schwierig, weil die deutsche Justiz den mutmaßlichen KZ-Aufsehern eine konkrete Einzelschuld nachweisen musste. Doch vor zwei Jahren verurteilte das Landgericht München den früheren SS-Wachmann John Demjanjuk wegen Beihilfe zum Mord an 20.000 Menschen, obwohl es keine Beweise für dessen direkte Tatbeteiligung ermitteln konnte. Den Richtern genügte es, dass Demjanjuk „Teil der Vernichtungsmaschinerie des Lagers“ und damit Mittäter gewesen war. Deshalb sieht die Ludwigsburger Zentrale Stelle Chancen, dass nun auch gegen andere Ex-Mitglieder von KZ-Wachmannschaften Anklage erhoben werden kann, darunter der verdächtige Sachse.
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  13. In Auschwitz taten zwischen Mai 1940 und Januar 1945 8.000 SS-Männer Dienst. Von 3.000 ist die Identität bekannt. Nach SZ-Recherchen waren darunter 85 Sachsen. Die meisten stammten aus Dresden (16), Leipzig (12) und Chemnitz (7). Der Mann, den die Ermittler ins Visier genommen haben, ist der letzte noch Lebende von ihnen.
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