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- Medizin - E-Zigaretten: Kühlstoffe könnten Herzrhythmusstörungen auslösen
- Louisville – Die sogenannten Kühlstoffe, die vielen Liquids von E-Zigaretten beigemischt werden, um ein erfrischendes Mund- und Rachengefühl zu erzeugen, könnten das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen. Darauf deuten Experimente an Mäusen und menschlichen Zellkulturen hin, deren Ergebnisse in Circulation Arrhythmia and Electrophysiology (2026; DOI: 10.1161/CIRCEP.125.014253) publiziert wurden.
- E-Zigaretten enthalten neben Nikotin, das für die anregende Wirkung – und die Sucht – verantwortlich ist, noch eine Reihe weiterer Substanzen. Darunter sind sogenannte Kühlstoffe. Sie erzeugen über die Stimulierung der TRPM8-Kanäle in den Nervenzellen der Schleimhaut einen Kältereiz. Dies überdeckt ein für junge Raucher oft unangenehmes Kratzen, das der Nikotindampf in den E-Zigaretten erzeugt.
- Ein häufiger Kühlstoff ist Menthol. Es ist in vielen Ländern (in Deutschland seit 2020) in Tabakzigaretten verboten, weil es die Gewöhnung an die Zigaretten und damit die Suchtentwicklung fördert. In E-Zigaretten ist Menthol dagegen erlaubt, obwohl auch sie durch den Nikotingehalt süchtig machen.
- Synthetische Kühlstoffe als Ersatz für Menthol
- Dennoch verzichten viele Hersteller auf Menthol, weil es im Verdacht steht, Herzrhythmusstörungen auszulösen. Dies hatten Experimente ergeben, die ein Team um Alex Carll von der University of Louisville School of Medicine an Mäusen durchgeführt hatte. Dort war es nach der Exposition mit Menthol zu einer Zunahme von ventrikulären Extrasystolen gekommen (Nature Communications 2022; 10.1038/s41467-022-33203-1).
- Viele E-Zigaretten enthalten heute synthetische Kühlstoffe wie WS-3 oder WS-23, die als unbedenklich gelten. Nach den jetzt von Carll publizierten Ergebnissen könnte dies ein Irrtum sein. Carll hat seine Experimente mit verschiedenen synthetischen Kühlstoffen und mit Menthol wiederholt.
- Zunächst fiel auf, dass die synthetischen Kühlstoffe ebenso wie Menthol die Herzfrequenzvariabilität veränderten. Carll und Mitarbeitende befürchten, dass dies die Reaktion des Herzens auf Stress verschlechtert und auf Dauer das Risiko für Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Probleme erhöhen könnte.
- In den EKG-Aufzeichnungen wurde ein Anstieg der ventrikulären Extrasystolen beobachtet. Sie traten nach der Exposition mit WS-23 3 Mal häufiger auf als nach einer Exposition mit Nikotin.
- In Experimenten an menschlichen Zellkulturen kam es zu einer Störung der Erregbarkeit der Herzzellen und der Repolarisation, also der Erholungsphase nach einem Herzschlag.
- Diese Effekte traten allerdings erst auf, wenn die Forschenden die Herzmuskelzellen mit Noradrenalin gestresst hatten. Da Nikotin die Noradrenalin-Rezeptoren stimuliert, könnte die Kombination dieser beiden Stoffe in den E-Zigaretten das Risiko von ventrikulären Extrasystolen erhöhen.
- Diese Extraschläge sind für herzgesunde junge Menschen ungefährlich. In bestimmten Risikogruppen können ventrikuläre Extrasystolen jedoch ein tödliches Kammerflimmern und damit einen plötzlichen Herztod auslösen.
- Am ehesten gefährdet wären laut Carll schwangere Frauen und Personen mit Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Adipositas oder Typ-2-Diabetes. Es gebe allerdings noch keine epidemiologischen Studien, die die Gefährdung bestätigen.
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- Studie in Circulation Arrhythmia and Electrophysiology 2026 - https://doi.org/10.1161/CIRCEP.125.014253
- Pressemitteilung der American Heart Association - https://newsroom.heart.org/news/can-cooling-ingredients-in-e-cigarettes-cause-irregular-heartbeat-or-cardiac-arrest?preview=78d6&preview_mode=True
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