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- Anfang April trennte sich der KSC von seinem Sportgeschäftsführer Oliver Kreuzer. Für die Suche nach dessen Nachfolger kündigte Clubchef Holger Siegmund-Schultze „einen geordneten Prozess“ an. Dabei gehe Gründlichkeit vor.
- Nun, bald drei Monate später, sind die Würfel offenbar gefallen. Nach Informationen unserer Redaktion legte sich der von Siegmund-Schultze angeführte Beirat der KSC GmbH & Co. KGaA auf einen Bewerber fest. Der designierte „Bereichsleiter“, der das Profigeschäft verwaltet, war demnach selbst Spieler im Wildpark. Allerdings soll er erst nach der laufenden Transferperiode die Geschäfte in seine Hände nehmen.
- Übergangsmodell kann pikant sein
- Kommt es so, bleibt die Personalplanung für die am letzten Juli-Wochenende beginnende Saison in der Zuständigkeit der sogenannten Taskforce. Köpfe dieses interimistisch eingesetzten Arbeitskreises sind Michael Becker und Cheftrainer Christian Eichner.
- Dass dieses Übergangsmodell mit Blick auf die Verantwortlichkeiten eine pikante Konstellation darstellt, zeigt sich am Beispiel des Linksverteidigers Daniel Brosinski: Während Eichner den demnächst 35-Jährigen aus rein sportlichen Erwägungen gerne noch ein Jahr im Team hätte, stößt dies in der Geschäftsführung nicht nur auf Gegenliebe.
- Ein jüngerer und damit perspektivisch eventuell noch einträglicher Spieler wäre lieber gesehen. Ob einer wie der zuletzt an den SCR Altach ausgeliehene David Herold (20, Bayern München) aber überhaupt zu bekommen wäre, steht auf einem anderen Blatt.
- So oder so: Bemessen wird die Güte der getroffenen Entscheidungen am Ende alleine an den Resultaten, für die der neue Bereichsleiter noch nicht verantwortlich zeichnen soll.
- Spekulationen, auf wen sich der Beirat zwischenzeitlich festgelegt hat, gibt es schon seit einer Weile. Nach Informationen unserer Redaktion ist es ein Manager mit KSC-Vergangenheit und mit dem Ehrgeiz, aus der zweiten Reihe eines Proficlubs nach vorne zu treten. Eine Liste mit weit über 100 Namen stand am Anfang des Prozesses. Berücksichtigt fanden sich darauf einschlägig Erfahrene, aber auch Leiter von Nachwuchsleistungszentren, U23-Teammanager und Leiter der Scouting-Abteilungen.
- Der Name von Carsten Rothenbach ist ein Name, der hervorsticht. Der 42-Jährige spielte selbst neun Jahre für den KSC, zusammen mit Eichner, damals unter dem Trainer Edmund Becker – Michael Beckers Vater und Leiter des Karlsruher Nachwuchsleistungszentrums.
- Rothenbach war 2006 vom KSC zum FC St. Pauli gewechselt, bei dem er nach seiner 2012 in Bochum beendeten Fußballlaufbahn auch seine Anschlusskarriere voranbrachte.
- Vor wenigen Wochen schloss der Assistent von St. Paulis Sportdirektor Andreas Bornemann das vom DFB und der DFL organisierte „Zertifikatsprogramm Management im Profifußball“ ab. Der Vertrag des gebürtigen Heidelbergers, der in den vergangenen beiden Jahren auch als Sportlicher Leiter von St. Paulis U23 Erfahrungen sammelte, läuft Ende des Monats aus.
- Das besagte Zertifikatsprogramm, das die künftige Managergeneration im Profifußball breiter aufstellen helfen soll, durchläuft derzeit noch Sebastian Freis. Auch der Scouting-Leiter beim KSC dürfte sich Hoffnungen gemacht haben, in Kreuzers verlassenes Büro einzuziehen. Doch die Wahl fiel nun auf einen externen Bewerber, Rothenbachs Name ist dabei bisher noch unbestätigt geblieben.
- In der Gerüchteküche waren zuletzt auch Guido Streichsbier (DFB-Juniorentrainer) und Dominic Peitz (NLZ-Leiter bei Holstein Kiel) gehandelt worden.
- Ob es mit diesen ehemaligen KSC-Profis verbindlichere Gespräche gab, wurde nicht bekannt. Zu erwarten steht, dass der Zweitligist seine strategische Neuorganisation noch vor Ende des Monats bekanntgeben wird.
- Die künftige Organisationsstruktur sieht nach Informationen unserer Redaktion den Finanzchef Becker als alleinigen Geschäftsführer vor.
- Aus dessen gestärkter Position ergibt sich: Der Club erspart sich ein weiteres Geschäftsführergehalt und im Zweifelsfall auch Richtungsstreits wie es ihn in der Laufzeitfrage vor der Verlängerung mit dem Stürmer Fabian Schleusener gegeben hatte. Im Winter hatte Michael Becker den Kurs Kreuzers nicht mittragen wollen.
- Dem Geschäftsführer Becker sollen innerhalb der künftigen Organisationsstruktur drei Bereichsleiter unterstellt sein. Zum einen der nun Gefundene, der das Profigeschäft verantwortet.
- Daneben einer, der den Bereich Technik/Scouting leitet, wofür Michael Bischof, bisher Sportlicher Leiter der Akademie, im Blick der Verantwortlichen stehen dürfte. Schließlich ein dritter, der die die Akademie leitet.
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