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- Hallo liebe Netzgemeinde.
- Ich bin seit 2011/12 an ALS erkrankt und heute, nach sechs Jahren, wo ich ohne jede medizinische Hilfe durchgehalten habe, so weit lädiert, dass ich dringend med. Hilfe und einen elektrischen Rollstuhl brauche, der mir ein Verbleib in meiner behinderten gerechten Wohnung so lange wie nur irgendwie noch möglich ermöglichen soll.
- Ich bin seit 1998 freiberuflicher, embedded Systementwickler (www.nadisoft.de). Erhalte aber trotz meiner Erfahrungen, so beschädigt, keine Aufträge mehr seit 2013.
- Meine seit 2000 bestehende PKV, die LKH Lüneburg, hat spätesten Ostern 2013, an den eingereichten Arzt- und Krankenhausrechnungen, zumal mit ihrer Kompetenz, erkennen können, dass es eine teure Angelegenheit mit mir werden wird. Bei einer Anfrage, einen Tag nach dem ich die Diagnose ALS bekam, hat mich eine wohl darauf spezialisierte Sachbearbeiterin der LKH absichtlich so hinter die Fichte geführt, dass sie mir damit ein Jahr später, als meine Reserven zu Ende gingen, mein bis dahin angespartes (Eiserne Reserve) Krankentagegeld verweigerte. Wen`s interessiert, mehr dazu hier https://pastebin.com/u/notwendig
- Jedenfalls konnte ich dann bald meine Krankenkassenbeiträge nicht mehr aufbringen. Die LKH Spezial-Sachbearbeiterin wandelte sich von einer mitfühlenden, mütterlichen und beistehenden Frau mit sanfter Stimme in eine eiskalte Schlange, bei der, wenn ich sie hörte, mir ein Schaudern durch die Knochen fuhr.
- März 2015 war ich dann bereits hoch verschuldet. Meine Schwester kontaktierte einen Sozialarbeiter und der sagte mir, dass die LKH mich in einem Basistarif weiter versichern, das Jobcenter die Kosten (50%) dafür übernehmen müsse. Seit März 2015 werden also 50% von 740€ PKV bezahlt. (Meine damalige 3x100% plus 50€ Krankentagegeld PKV kostete bei zigfacher Leistung nur knapp 600€ und wurde nicht übernommen!)
- Zum Arzt kann ich dennoch nicht gehen, weil die LKH aller Rechnungen von den Rückständen aus 2014 abzieht, ich die von HARTZ aber auch nicht bezahlen kann. Trotz Pflegestufe vier nicht.
- Seit Ende 2015 kann ich nicht mehr Sprechen und frei laufen. Seit einem halben Jahr hangel ich mich auf einem Bürostuhl mit Rädern durch meine Wohnung.
- Also war ich gezwungen, nun wohl wissend dass sie nicht bezahlt werden, Ärzte zu bestellen, die mir natürlich sofort halfen, mir einen elektrischen Rollstuhl verschrieben.
- Diesen Rollstuhl, knapp 21.000,00€, werde ich selbst wenn er dann mal endlich bewilligt würde auch nicht geliefert bekommen. Die LKH würde erneut die Rechnung um den ausstehenden Betrag kürzen, der Händler nicht liefern und die LKH ihren sie vor Kosten schützenden Rückstand so erhalten. Der Steuerzahler ihr weiterhin monatlich über das Jobcenter ~370€ dafür bezahlen.
- Also habe ich ein Darlehen beim Jobcenter beantragt. Die Ablehnung kam heute. Anonym, traute sich wohl niemand dort sein Gesicht dafür herzu-zeigen, denn Sie wissen nur zu genau, was man sie da tun lässt.
- Ablehnungsbescheid
- http://augenpunkte.de/public/Jobcenter/20170612-Ablehnung-Darlehen-1.pdf
- http://augenpunkte.de/public/Jobcenter/20170612-Ablehnung-Darlehen-2.pdf
- Das Jobcenter ist darüber informiert, dass ich ohne diesen Rollstuhl nicht mehr weiter in meiner Wohnung verbleiben kann und steht im regen Kontakt zur LKH. Beide haben ein Interesse daran, dass ich möglichst bald auf irgend so einer Sichstation lande. Eine, wo absehbar ist, dass ich nicht mehr lange Kosten verursachen werde. Keine Miete, kein Hartz keine Behandlungskosten ... dafür Billiglohn-Arbeitsplätze und den Betreibern ein gutes Einkommen sichernd. Alle damit Befassten wären wohl zufrieden, hätten ihren Job der neuen "alten" Werteortung gehorchend - zur vollsten Zufriedenheit ihrer Herrchen - erledigt.
- Wenn wir diese Leute weiter ungehindert machen lassen, dann Gnade uns Gott, dann hätte ich es mit meiner das lange mitzuerleben zu müssen verhindernde ALS noch gut getroffen.
- Ich habe lange überlegt, ob ich das hier überhaupt Posten sollte. Ich bin mir nämlich nicht mehr sicher, ob die so was nicht bereits erwarten. Mich und mein (unser) Schicksal benutzen, um die, die noch krauchen können, weiter in den Billiglohnsektor zu pressen. Zu pressen, indem sie ganz bewusst darauf bauen, dass sich immer mehr ihrer Opfer verzweifelnd öffnen, sich an ihre Mitmenschen um Rat, ja Hilfe wenden und die es noch schaffenden nicht mehr aufmucken und sich hörig unterwerfen.
- Es ist ein Vabanquespiel. Entweder ermutige ich Menschen mir (einander) mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ihren Rücken gerade zu machen, oder ich werde zu einem Werkzeug in diesem grausamen Spiel, das diesem Gesinde auch noch hilft uns weiter einzuschüchtern und gebeugt zu halten.
- Nun aber zu meinen Fragen zu dieser Ablehnung.
- Der Bescheid erfolgte anonym, ist das zulässig? Ich meine wer ist verantwortlich, darf der so was ermessen, wer haftet bei Schaden, gegen wen wendet man sich? Ich verstehe nicht, warum hoheitliche Aufgaben kein Gesicht tragen, an das man sich im Zweifel halten kann.
- Der so maskierte Sachbearbeiter/in hebt immer auf die armen Steuerzahler ab. Angesichts von Zockerbankenrettung, Hamburger Opernhaus, BER usw. ein Schlag mitten ins Gesicht. Ich war seit 1998 Selbstständig, habe alleine von 2009 bis 2013 fast Hunderttausend Euro Abgaben geleistet. Aber das nur am Rande.
- Was ich nicht verstehe ist; ein Darlehen belastet bei NULL-Zins doch niemanden wirklich, wird doch zurück gezahlt. Die ganze Ablehnungsargumentation macht doch nur dann Sinn, wen das Jobcenter davon ausgeht, dass ich das Ende der Abzahlung nicht mehr erleben werde. Bei ALS durchaus möglich, aber dürfen die so argumentieren, quasi den erhofften, baldiger Tod des Antragstellers einplanen? Ich meine ich kann auch noch Jahre damit überleben, denken wir doch nur mal an Stephen Hawking. Oder ist es genau das, was sie mir überlebensnotwendige Hilfen verweigern bzW. verunmöglichen lässt?
- Mir kommt diese Ablehnung hochgradig suspekt vor. Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn mir da jemand helfen könnte, dass ich endlich diesen Rollstuhl und medizinische Linderung erhalten werde. So in der Endkurve dieser ALS, ich kann ja auch nicht mehr Sprechen, ist es ohne jede medizinische Hilfe und Hilfsmittel eine wirkliche Quälerei.
- Danke
- Jürgen Willi Sievers
- @notwendig
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