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a guest Sep 19th, 2019 78 Never
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  1. Einleitung
  2.  
  3. Wir sehen einen Film, eine Filmreihe, eine Serie. Wir lassen uns hineinziehen in die Geschichte, lernen die Charaktere kennen. Wir lehnen uns zurück und sehen zu. Manchmal tauchen wir sogar ein, vergessen, was um uns herum geschieht. Wir sehen einen bekannten Schauspieler oder eine geliebte Filmfigur – und stutzen. Irgendetwas passt nicht. Die Stimme stimmt nicht. Ein anderer Synchronsprecher? Aber warum? Das passt gar nicht zu ihm!, mag uns durch den Kopf schießen. Und schon ist es geschehen: wir sind aufgetaucht, die Immersion ist durchbrochen, der Produktionskontext hat von der Geschichte abgelenkt.
  4. So kann es eine scheinbare Kleinigkeit sein, die einen aus dem Geschehen auf der Leinwand oder dem Bildschirm herausreißt. Doch stellt sich die Frage, warum. Es gibt viele filmische Elemente, die dazu führen, dass man ein audiovisuelles Medium rezipiert und sich auf es einlässt. Meiner Meinung nach gehört die Stimme dazu. Ihre immersive Kraft wurde bisher selten näher betrachtet, obwohl die Stimme auch im Alltag eine überaus wichtige Rolle spielt. „[D]ie Stimme des Kommunikationspartners [stellt] die kommunikative Atmosphäre her, in der die Kommunikation stattfindet, sie nimmt uns für den Partner ein oder stößt uns ab und sie begleitet das Gesagte mit einem affektiven Ton.“ So liegt es nahe, dass sie auch beim Rezipieren von Filmen oder Serien einen starken Einfluss hat.
  5. Um dies zu veranschaulichen sollen zunächst einige Begriffe geklärt werden, die im Laufe dieser Arbeit relevant sein werden, angefangen mit der Rezeption. Warum und wie sehen Menschen Filme? Unter anderem Annekatrin Bock hat sich ausführlich damit beschäftigt. Auch der Begriff der Immersion ist von Relevanz, da er gerade im Gespräch über digitale Medien oft fällt. Aber auch bei den audiovisuellen ist er, wie gezeigt werden soll, einsetzbar. Anschließend soll, mithilfe von Roland Barthes, Gernot Böhme und Dieter Mersch, die Stimme näher untersucht werden. Zunächst im philosophischen und praktischen Kontext, bevor Christina Heiser und Michel Chion den Bogen zur Stimme und dem Sound in audiovisuellen Medien spannen. Danach geht es um die Synchronisation und Übersetzung von fremdsprachigen Filmen und Serien, wobei sich vor allem an Candace Whitman-Linsen orientiert werden soll. So wird der Grundstein für den analytischen Teil dieser Arbeit gelegt, in dem der Sprecherwechsel in der Filmreihe Fluch der Karibik untersucht und als Beispiel für meine These herangezogen werden soll. Dafür erst einmal ein paar Worte zu den beiden Synchronsprechern David Nathan und Marcus Off, sowie den äußeren Umständen, die zu besagter Umbesetzung führten. Dann sollen die konkreten Unterschiede der beiden Sprecher benannt werden, um dann die Wirkung, die diese neue Stimme von Piratenkapitän Jack Sparrow hervorruft, zu untersuchen.
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