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- Piraten, Teilhabe und freie Meinungsäußerung
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- Die Piraten sind einst angetreten, die politische Landschaft zu verändern: mehr Demokratie, vielfältige Möglichkeiten politischer Teilhabe mit möglichst flachen Hierachien usw.
- Basisdemokratie stand zwar niemals im Programm, jedoch impliziert eine globale Netzbewegung, deren Wurzeln in nicht unerheblichem Umfang aus sehr alten Netzen wie dem Usenet stammen, Basisdemokratie, wenn nicht gar Anarchie, gewürzt mit einem Schuß Technokratie.
- Die Realität hat die rückwärtsgewandten Damals-war-alles-besser-Parteimitglieder, welche eine Basisdemokratie als inneres Konzept für die Piratenpartei negieren, weil sie nicht im Parteiprogramm enthalten ist, schon längst eingeholt. Online-Tools wie Liquid Feedback, Etherpad, Mumble, LimeSurvey, u.v.a.m. werden weiterentwickelt und/oder werden genutzt.
- Die Piraten betreiben nach Wikipedia die größte Online-Enzyklopädie, das Piraten-Wiki.
- Mit über 2000 Teilnehmern auf Bundesparteitagen sind dies die größten Parteitage innerhalb von Demokratien weltweit! In über 50 Ländern sind Piratenparteien unterwegs, mit weitestgehend identischen Arbeitsmitteln und weitestgehend identischen globalen Zielen.
- In KEINER anderen Partei und in keiner Organisation solcher Größe (> 30.000 Mitglieder allein in Deutschland) sind die Wege zu Vorständen und Funktionsträgern so kurz wie bei den PIRATEN.
- In keiner anderen Partei kann sich der Bürger so einbringen wie bei den PIRATEN!
- Er kann direkt täglich mit Vorständen, mit den Fraktionen, mit einfachen Basisgurken etc. diskutieren, seine Meinung einbringen, Vorschläge unterbreiten, Kritik anbringen, Abstimmungen anstoßen u.v.a.m.
- Wie gesagt in KEINER anderen Partei hat er diese Möglichkeiten!
- Wer das Usenet kennt, weiß, dass Probleme vor allem in der Kommunikation via Netz damit vorprogrammiert sind. Viele, die ein wirklich freies Netz wie das Usenet niemals erfahren haben, erleben mit einem Mal nicht nur die Möglichkeit, seine Meinung frei auch innerhalb politischer Strukturen zu äußern, sondern sie erfahren auch innerhalb eines solchen Prozesses politischer Willensbildung sehr unmittelbar diese unglaubliche Macht der freien Meinungsäußerung! Sie erfahren, dass auch ihr eigenes Wort Gewicht hat, dass sie gehört werden, schlicht dass sie alleine mit dem Wort auch Macht haben - zum Guten, wie zum Schlechten! Und das "zum Schlechten" ist das Problem.
- Netzkommunikation erfordert ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, da menschliche Emotionen wie Emphatie nicht bzw nur bedingt übermittelt werden können. Jeder kennt das Autofahrersyndrom, bei dem andere Verkehrsteilnehmer mehr als Hindernis, als Gegner, als Konkurrent wahrgenommen werden, denn als Mensch. Ähnlich ist im Netz. Shitstorms entstehen immer dann, wenn soziale Kompetenz versagt und Shitstorms enden meist erst dann, wenn ein Opfer gefunden worden ist, das "bereit" ist, sich schlachten zu lassen.
- Diese grundsätzliche Problematik muss zum einen nach innen, also den Parteimitgliedern, aber auch nach außen, dem Bürger (inkl. den oftmals nicht besonders netzaffinen Medien) vermittelt werden.
- Die Erlangung von Kommunikationskompetenz, besonders im Rahmen der Netzkommunikation, sowie basisdemokratischer Elemente oder gar einer Basisdemokratie selbst, erfordert daher viel Zeit: Zeit zum Lernen, Zeit um einen hohen Grad an Toleranz und Liberalität zu entwickeln; Zeit, um sich auch ein gewisses dickes Fell wachsen zu lassen; Zeit um andere Meinungen akzeptieren zu lernen; Zeit, um zu lernen, dass es keine Schwäche ist, seine eigene Meinung zu revidieren, wenn andere die besseren Argumente haben.
- Wer die Kommunikationsmechanismen im Netz nicht kennt, der wird sehr schnell ein falsches Bild von den PIRATEN bekommen. Er bekommt dieses Bild eines heillos zerstrittenen Haufens auch gerne von so manchen Medien geliefert. Doch bei aller bisweilen heftigen Diskussion hält die PIRATEN ein fester Kern von Grundsätzen zusammen, nämlich letztlich der Versuch eine menschlichere Gesellschaft zu gestalten.
- Ich kann nur an die Bürger, die Medien, die Kritikern appellieren, die Piratenbewegung als das zu sehen, was sie ist, nämlich das größte globale Demokratieexperiment der Menschheit, welches den Menschen Teilhabe in allen Lebensbereichen ermöglichen können soll!
- Dazu müssen die PIRATEN noch vieles lernen, aber auch jeder Bürger, der zukünftig so umfänglich wie möglich an der Gesellschaft teilhaben möchte!
- Die Piraten sind nicht nur ein Wendepunkt innerhalb nahezu komplett erstarrter demokratischer Systeme, sondern sie sind auch die Antriebskraft für eine Fortentwicklung der Demokratie und letztlich die Erneuerung der Freiheit des Bürgers.
- Die Zeit ist reif dafür, da die technischen Hilfsmittel schon jetzt vieles zulassen, was früher undenkbar gewesen wäre. Es ist Zeit für neue Formen der demokratischen Teilhabe, es ist Zeit für mehr Bürgerbeteiligung! Es spielt keine Rolle, ob die etablierten Parteien diese Idee aufgreifen und weiterentwickeln oder die Piraten selbst. Die Parteienlandschaft wird allerdings über kurz oder lang keine andere Wahl haben, als dem Weg der Piraten zu folgen -- außer sie schränkt das Netz und die Meinungsfreiheit bis zur Karrikatur derselben ein.
- Und unter diesem Aspekt wird es vielleicht verständlich, warum Netzaktivisten und Piraten so vehement und so leidenschaftlich für die Freiheit im Netz streiten, denn es geht um mehr als nur um Youtube-Filmchen, um sehr viel mehr!
- Der Weg der PIRATEN wird letztlich zum Ziel führen, denn Ideen kann man nicht töten, ebensowenig den Wunsch nach Freiheit und gesellschaftlicher Teilhabe!
- HM
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