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- Man könnte ihn als Wichtigtuer abtun, als von interessierter Seite instrumentalisierten Augenwischer, als befangen. Zumindest erwähnenswert ist es, dass er dereinst auf Oliver Kreuzers Vermittlung zum KSC kam und er den heute angegriffenen Vize-Präsidenten Martin Müller in dessen Wahlkampf gegen Ingo Wellenreuther unterstützte.
- Doch Helmut Sandrock ist vor allem ein gut vernetzter und anerkannter Fußballfachmann. Das schätzte der Beirat um Clubchef Holger Siegmund-Schultze ja selbst so ein, als er ihn in das dann kaum eingebundene und zwischenzeitlich aufgelöste KSC-Sportkomitee als Ratgeber holte.
- Das macht Sandrocks Einmischung für die Verantwortlichen des KSC nun auch so unangenehm. In seiner Zeit als Geschäftsführer des KSC war er es gewesen, der die Wandlung des Clubs vom viel zitierten „Klepperlesverein“ zum Konzern projektiert und die dafür notwendigen Etappen im Vorfeld der Ausgliederung in ein Konzept gepackt hatte. Längst haben die Blau-Weißen den von ihm skizzierten Weg ohne ihn bewältigt.
- Sandrock hatte sich in der kurzen Zeit im Wildpark mit seiner Expertise hohes Ansehen auch in der Stadt erworben und im Laufe der Zeit zu einer Art Antipoden des damaligen Präsidenten Wellenreuther entwickelt. Es war genau diese Konstellation, die im Sommer 2018 zum abrupten Ende seiner Tätigkeit in Karlsruhe führte. Fast über Nacht beerbte ihn damals Michael Becker.
- Kein gutes Haar am Vorgehen der Verantwortlichen beim KSC
- Nun lässt Sandrock kein gutes Haar an den derzeit Verantwortlichen beim KSC. In seinem Brief an den Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Grenke spricht er den Beiratsmitgliedern, die Kreuzers Demission verantworten, sowie seinem Nachfolger Becker in Fragen der Sportstrategie zwischen den Zeilen das Einschätzungsvermögen ab, den KSC im Profifußball mit dem nötigen Sachverstand fortzuentwickeln.
- Für Sandrock ist demnach nicht der angegriffene Vize-Präsident Martin Müller der Fehler im System, sondern das aus seiner Sicht für die Branche untaugliche Vorgehen derer im Beirat, die genug von Müller haben.
- Sandrocks Zeilen sind nun sehr bewusst offen an Grenke gerichtet. Als Chef des Beratungs- und Kontrollorgans in der Gesellschaft hatte jener Müller eben erst zum Rücktritt aufgefordert. Zu diesem scheint der aber nicht gewillt. So ist damit zu rechnen, dass sich am Sonntag beim Heimspiel gegen den SV Elversberg Protestaktionen von KSC-Fans gegen ihn wiederholen - wie es solche gegen die Entscheidung ihres Vereins, einem Investor in der DFL die Tür zu öffnen, auf jeden Fall geben dürfte.
- Was angesichts dieser Ausgangslage und der Kakofonie zu erwarten steht in den nächsten Wochen und Monaten, ist eine fortdauernde Unruhe beim KSC. Und damit letztlich vielleicht doch ein vor knapp zwei Wochen noch vermiedener Showdown bei einer Mitgliederversammlung, bei der sich alles auflösen soll. Irgendwie. Zum Besseren. Zum Wohle des KSC. Und das haben angeblich ja alle im Sinn.
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