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- Bundestag beschließt Leistungsschutzrecht: Ein Affront gegen das Netz!
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- Das am 01.03.2013 vom Bundestag mit 293 Ja-Stimmen, 243 Nein-Stimmen und
- drei Enthaltungen beschlossene Leistungsschutzgesetz ist ein Affront
- gegen die Bürger und gegen die Netzgemeinschaft.
- Es verstößt erstens wegen unbestimmter Generalklauseln gegen das
- verfassungsrechtliche und rechtstaatliche Gebot der Normenbestimmtheit
- und Normenklarheit. Mit diesem Gesetz ist der Bürger nicht mehr in der
- Lage zu erkennen, ob er sich noch im rechtlichen Rahmen oder bereits
- außerhalb des Gesetzes befindet.
- Es verstösst zweitens gegen das seit über 50 Jahren praktizierte
- Sharingprinzip des Netzes. Die Grundlage des Netzes ist das Teilen von
- Netzressourcen. Dies betrifft Hardware, Software und ebenso Inhalte, die
- ins Netz eingestellt werden.
- Keiner ist gezwungen, Inhalte im Netz zu veröffentlichen, aber jeder,
- der es möchte, kann mittels Steuer-Dateien (z.B. robots.txt) den Zugriff
- auf seine Netzinhalte beschränken. Dazu wäre überhaupt kein Gesetz
- notwendig!
- Zum dritten sollen Gesetze auch praktizierbar sein. Es ist vollkommen
- illusorisch und weltfremd zu glauben, dass über 55 Millionen
- Internetnutzer alleine in Deutschland und 2,1 Milliarden User weltweit
- untereinander Vereinbarungen aushandeln, ob und in welchem Umfang und zu
- welchem Preis irgendwelche Linkverweise nebst Zitaten oder Snippets
- übernommen werden dürfen.
- Dieses Gesetz verkennt nicht nur elementare Funktionsweisen des Netzes,
- sondern es gefährdet in Summe zudem noch die Funktionsfähigkeit des
- Internets und hier insbesondere den Standort Deutschland!
- Mit dem beschlossenen Leistungsschutzrecht wurde Deutschland ein
- Bärendienst erwiesen. Es ist Ausdruck einer Politikergeneration, die vom
- Netz nur rudimentäre Kenntnisse besitzt. Es ist auch Ausdruck einer
- Politikergeneration, die das Internet nicht als sozialen Raum, sondern
- allein als Gelddruckdruckmaschine sieht.
- Das Leistungsschutzgesetz ist das Resultat einer bewussten Missachtung
- von Gutachten und Fachausschüssen und letztlich eines Übermaßes an
- Lobbyeinfluss.
- Es bleibt zu hoffen, dass die Oppositionsparteien dieses Gesetz mit
- vereinten Kräften in den Vermittlungsausschuss des Bundesrates
- befördern, um es dort zu Fall zu bringen.
- Die Piratenpartei Deutschland ruft der Bundesregierung im Sinne des
- kürzlich verstorbenen ehemaligen französischen Widerstandskämpfers und
- UN-Diplomaten Stéphane Hessel zu: "Wir empören uns!"
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