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Dec 15th, 2023
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  2. Noch kurz vor dem letzten Punktspiel des Jahres gegen den SV Elversberg und mitten in der weiter schwelenden Schlammschlacht auf Führungsebene meldet sich Helmut Sandrock mit harscher Kritik an der aktuellen Geschäftsführung des KSC zu Wort.
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  4. Sandrock, bis Ende August 2018 zehn Monate lang selbst als Geschäftsführer beim Fußball-Zweitligisten tätig, geht in einem Schreiben an den Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Grenke mit den Verantwortlichen hart ins Gericht. Ihnen wirft er unter anderem vor, die im Frühjahr vollzogene Trennung von Oliver Kreuzer „auf der Grundlage unvollständiger und irreführender Annahmen“ getroffen zu haben.
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  6. Helmut Sandrock warnt vor falschen Schlüssen
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  8. Der ehemalige Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) begründet seine Einmischung in die Debatte bei seinem Ex-Club damit, dass er „immer noch eine starke Verbundenheit und Pflicht dem KSC gegenüber“ verspüre.
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  10. „Die öffentliche Diskussion und das Ausmachen eines Sündenbocks“ zur „vermeintlichen Lösung aller Probleme“ habe ihn maßlos geärgert, so der zuletzt als Präsidentschaftskandidat beim MSV Duisburg aufgetretene Funktionär in dem Brief, den er am Tag seines 67. Geburtstags auch an diverse Medien verschickte.
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  12. Ohne den Namen zu benennen, spielte Sandrock damit auf den auch von Grenke zum Rücktritt aufgeforderten Vize-Präsidenten Martin Müller an. Der 59-Jährige war nach der von ihr durchgesetzten Trennung von Kreuzer zusammen mit dem weiteren Vize Günter Pilarsky auf Konfrontation mit der geschlossen agierenden Mehrheit im fünfköpfigen Beirat der Kapitalgesellschaft gegangen.
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  14. Wegen öffentlicher Äußerungen und angeblicher Verletzung seiner Verschwiegenheitspflicht sah sich Müller Anfang des Monats von den Mitgliedern nicht entlastet. Daraufhin versagte wiederum er mit seiner GEM Ingenieursgesellschaft am darauffolgenden Tag bei der Hauptversammlung der Aktionäre dem Aufsichtsrat um Grenke die Entlastung.
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  16. Das gehört zum betriebswirtschaftlichen Einmaleins eines Managements dazu.
  17. Helmut Sandrock
  18. Ehemaliger Geschäftsführer des KSC
  19. In dem dreiseitigen Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, führt Sandrock die Widersprüchlichkeiten an, die sich zwischen den vom KSC-Präsidenten Holger Siegmund-Schultze öffentlich vertretenen Gründen für die Trennung von Kreuzer und den belegten Tatsachen ergeben.
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  21. Konkret griff er die bei der Mitgliederversammlung von der KSC-Geschäftsführung wiederholte Rechnung auf, wonach die anderen Zweitligisten zehn Prozent ihrer Gesamterlöse über das Geschäftsfeld Transfers vereinnahmen würden, der KSC zuletzt aber nur 1,4 Prozent.
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  23. Dass Kreuzer hier keine Konzepte habe aufzeigen können, wie die Transfererlöse in diese Richtung markant zu steigern wären, habe zur Trennung geführt. Diese war der Ausgangspunkt der Grabenkämpfe und Verwerfungen der zurückliegenden Monate. Geschäftsführer Michael Becker sprach von der Notwendigkeit des KSC, künftig drei bis vier Millionen Euro pro Saison aus Spielerverkäufen zu erlösen, um kein strukturelles Defizit zu riskieren.
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  26. So schrieb Sandrock an Grenke, den Chef des Beratungs- und Kontrollorgans der Kapitalgesellschaft: „Tatsache ist, dass die Transfereinnahmen in der 2. Bundesliga Jahr für Jahr maßgeblich von den Absteigern aus der Bundesliga beeinflusst werden. Insofern entfallen überproportionale Anteile der Gesamteinnahmen auf zwei oder drei Vereine.“
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  28. Kein Verantwortlicher im Fußball leite in Kenntnis dieser Fakten Durchschnittswerte für die Vereine in der Zweiten Liga ab, so der 67-Jährige weiter, der den Geschäftsführer Michael Becker nicht verschont. „Unerwähnt blieb von den Verantwortlichen des KSC, dass es im Geschäftsfeld Transfers nicht nur um Erlöse geht, sondern auch um Aufwand. Das gehört zum betriebswirtschaftlichen Einmaleins eines Managements dazu.“
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  33. Sandrock wirft den Handelnden vor, einen Denkfehler zu begehen, dessen Hintergrund sich leicht anhand des offen zugänglichen Zahlenmaterials zu den Wechselgeschäften der Zweitligisten aufzeigen lasse. In der Spielzeit 2021/2022 entfielen 71,3 Prozent der von den Zweitligisten erzielten Transfereinnahmen auf die Bundesliga-Absteiger Werder Bremen und Schalke 04. Zehn Clubs erzielten Transfereinnahmen unter einer Million Euro, acht schlossen das Transfergeschäft mit einem Minus ab.
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  35. In der Spielzeit 2022/2023 fiel der Anteil der Absteiger moderater aus, blieb nichtsdestotrotz markant. Auf Arminia Bielefeld und die Spvgg Greuther Fürth entfielen knapp 43 Prozent der erzielten Transfererlöse. Elf Mitbewerber kassierten aus Wechseln weniger als eine Million Euro, ebenso viele schnitten mit einem Transfer-Minus ab.
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  37. Vorwurf handwerklicher Fehler beim KSC
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  39. Sandrock verwies in diesem Zusammenhang auf das in den Wirtschaftsreports der DFL für die vergangenen drei Spielzeiten angegebene, coronabedingte Transferdefizit der Zweitligisten in Höhe von 45,172 Millionen Euro.
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  41. Sandrock folgert: „Die Entwicklung von Transfereinnahmen in einem äußerst komplexen nationalen und internationalen Marktumfeld ist nicht seriös vorhersehbar. So weiß jeder halbwegs kompetente Verantwortliche, wie gering die Durchlässigkeitsquote von beispielsweise Talenten aus den Nachwuchsleistungszentren in Deutschland ist, die den Sprung in den Profifußball schaffen.“
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  43. Natürlich versuche jeder Verein, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, eigene Talente für den Eigenbedarf oder den Markt zu entwickeln. „Daraus aber belastbare wirtschaftliche Szenarien zu entwickeln, ist unrealistisch.“
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  45. „Absurd“ und „unsinnig“
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  47. Sandrock erwähnt den kürzlich vorgestellten Lagebericht, der eine positive Entwicklung des KSC in den Bereichen Transfers, Einsatzzeiten U23, TV-Gelder sowie Durchlässigkeit von jungen Spielern aus der Akademie in den Profikader herausstellt.
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  49. So schreibt er an Grenke: „Ergänzt man die Aussagen des Managements im Lagebericht mit der sportlichen Entwicklung in den letzten drei Spielzeiten, Platzierungen sechs, sieben und zwölf, sowie einmal Erreichen des DFB-Pokal-Viertelfinales, wirkt die Entlassung des Geschäftsführers Sport noch absurder und vollkommen unsinnig.“ Dass Siegmund-Schultze Kreuzer in einem Interview mit dem hauseigenen TV-Kanal nach der umgesetzten Freistellung diffamiert habe, sei „beispiellos im Fußball“. Die Unterstellungen, dass es dem Manager an Bereitschaft und Persönlichkeit fehle, die Zukunft des KSC im sportlichen Bereich positiv zu gestalten, empfinde er als „beschämend“.
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  51. Sandrocks so auch benanntes „Gesamtfazit“, mit dem sein Brief schließt: „Welche Motive auch immer für die Entlassung des Geschäftsführers Sport bei Teilen des Beirats und des kaufmännischen Geschäftsführers gegeben haben mag, die so weit geäußerten Gründe rechtfertigen das Vorgehen in keiner Weise. Die Irreführung und der Schaden für den KSC geht einzig von dem Entlassungsvorgang und den Verursachern aus, nicht von denen, die sich pflichtgemäß dagegen gewehrt haben.“
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  53. Wie Aufsichtsratschef Grenke das Schreiben aufnahm, war am Freitag zunächst nicht zu erfahren. Für eine Stellungnahme war er bis in die Nachmittagsstunden nicht erreichbar.
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