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Feb 13th, 2025
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  1.  
  2. 10:40 (vor 55 Minuten)
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  4. an mich
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  8. Liebe Kunden,
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  10. Udo Böttcher, Gründer der Böttcher AG, ist wegen einer Großspende zur öffentlichen Person geworden. Vor einiger Zeit hatte er einem Bekannten, dem früheren Aufsichtsrat Horst Jan Winter, Geld geschenkt – für eine Therapie nach einer schweren Erkrankung.
  11.  
  12. Winter hatte anschließend eine größere Geldsumme an die AfD gespendet. Man warf Böttcher danach vor, einen Strohmann eingesetzt zu haben. Der Unternehmer bestreitet den Vorwurf und erklärt in diesem Interview die Gründe für sein finanzielles Engagement.
  13. Das Interview:
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  15. Herr Böttcher, Ihre Geschichte klingt wie eine Räuberpistole. Können Sie nachvollziehen, dass es Zweifel an Ihrem finanziellen Engagement gibt?
  16.  
  17. Ich kann nicht beurteilen, wie meine Geschichte auf andere wirkt. Ich stelle jedoch fest, dass es Menschen gibt, die nicht so sind wie ich. Ich stelle sogar fest, dass sehr wenige Menschen so sind wie ich. Ich gebe sehr wenig auf Geld. Und das, obwohl ich es mir selbst verdient habe und aus kleinsten Verhältnissen komme.
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  19. Macht Sie das wütend?
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  21. Es betrübt mich, wenn Menschen nicht mehr an das Gute glauben – oder an das Gute im Menschen. Es beschäftigt mich auf jeden Fall. Deshalb sitze ich ja hier und rede mit Ihnen.
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  23. Sie standen bisher kaum in der Öffentlichkeit. Erzählen Sie etwas Persönliches von sich.
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  25. Mein Vater war Bergmann, meine Mutter hat erst in einer Marmeladenfabrik und später als Reinigungskraft gearbeitet. Ich habe mich von ganz unten hochgearbeitet, aber ich bin nicht verliebt in Geld. Ich weiß, dass es mir Türen öffnen kann. Ich weiß, dass es mir manchmal auch einen gewissen Luxus ermöglicht. Aber vor allem versetzt es mich in die Lage, anderen zu helfen. Wenn das für einige Menschen ungewöhnlich klingt, dann nehme ich das hin. Aber ich würde mir wünschen, dass es mehr Menschen gäbe, die so denken.
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  27. Es heißt, Geld haben kommt nicht von Geld ausgeben. Wieso sind Sie ausgerechnet so spendabel?
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  29. Weil ich weiß, dass man durch Geldausgeben Menschen eine Freude machen kann. Ich habe mir mein Geld durch harte Arbeit und kluge Entscheidungen verdient. Aber wofür soll ich es horten? Für mich selbst werde ich es in meinem Leben nicht mehr sinnvoll ausgeben können. Mit ins Grab nehmen kann ich es auch nicht. Also gebe ich es anderen Menschen zu meinen Lebzeiten. Auch die Böttcher AG beteiligt ihre Mitarbeiter seit Jahren am gemeinsamen Erfolg. Allein im letzten Jahr haben wir zehn Millionen Euro als Bonus an unsere Belegschaft ausgeschüttet. Mitarbeiter, die über 25 Jahre im Unternehmen sind, erhalten eine Sonderprämie von 25.000 Euro. Jedes Jahr gibt es für unsere Mitarbeiter eine Gewinnbeteiligung, weil ich überzeugt bin, dass Erfolg ein Gemeinschaftswerk ist. Darüber hinaus spende ich privat. In den letzten Jahren habe ich aus meiner privaten Schatulle knapp zwölf Millionen Euro gespendet – vor allem an alte, arme und kranke Menschen und an soziale Projekte. Ich könnte es auf meinem Konto liegen lassen, aber welchen Sinn hätte das? Es hilft dort, wo es gebraucht wird.
  30.  
  31. Ihre Frau stammt aus Kambodscha, dorthin spenden Sie auch?
  32.  
  33. Kambodscha ist mir sehr wichtig. Meine Frau hat zwei Kinder in unsere Ehe gebracht. Ich habe das Land bereist und gesehen, unter welchen Bedingungen viele Menschen dort leben. Deshalb haben meine Frau und ich über 200 bedürftigen kambodschanischen Familien, behinderten und alten Menschen Geld geschenkt, manchen bis zu 20.000 Euro. Das Geld macht dort für die Menschen einen enormen Unterschied. Und das macht wiederum mich glücklich.
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  35. Was ist Ihr Lebensmotto?
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  37. Ich möchte mal den Sargdeckel zumachen und kein Geld mehr haben.
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  39. Stammt Ihr Vermögen nur aus Ihrer Firma?
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  41. Nein, ich beschäftige mich seit vielen, vielen Jahren mit Aktien. Einige Ihrer Leser werden bestimmt den Investor Warren Buffett kennen und seinen berühmten Fonds. Ich habe es über mehrere Jahre geschafft, mit meinen Aktieninvestitionen besser abzuschneiden als der Fonds von Buffett.
  42.  
  43. Sie sind Ostdeutscher. Haben Sie vielleicht deshalb ein anderes Verhältnis zu Geld?
  44.  
  45. Ich sage mal … im Westen, da gab es diese Werbung. Mein Haus, mein Auto, meine Jacht. Im Osten war das anders, da haben wir uns gegenseitig geholfen. Es ging um das Miteinander. Es war menschlich. Und wenn Sie jetzt fragen, ob ich ein Kapitalist bin – oder mich für einen halte, dann ist meine Antwort: Ich halte mich für keinen – und will auch kein Kapitalist sein. Ich muss auch nicht im Vordergrund stehen, das ist alles nebensächlich für mich.
  46.  
  47. Wegen der Großspende ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft. Was können Sie uns dazu sagen?
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  49. Ich begrüße die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ausdrücklich. Sie werden zeigen, dass es sich nicht um eine Strohmannspende handelte und ich mit der Parteispende nichts zu tun hatte.
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  51. Haben Sie für die knapp zwei Millionen Euro, die Sie Horst Jan Winter geschenkt haben, Schenkungssteuer abgeführt?
  52.  
  53. Selbstverständlich muss die Schenkungssteuer der Beschenkte abführen, in dem Fall Jan Winter, und zwar in Höhe von 600.000 Euro. „Ich weiß, dass Horst Jan Winter krank ist“
  54.  
  55. Haben Sie überprüft, ob Herr Winter wirklich so ernstlich erkrankt ist, wie er Ihnen gesagt hat?
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  57. Ich weiß, dass er krank ist. Ich habe ihn im Krankenhaus besucht. Ich finde es schäbig, dass einige darüber spekulieren, ob er mir etwas vorgemacht hat. Das hat er nicht, das weiß ich sicher.
  58.  
  59. Und was für medizinische Behandlungen sollten genau mit dem Geld gemacht werden?
  60.  
  61. Es gibt die Schulmedizin und es gibt alternative Heilmethoden, mit denen ich mich seit langem beschäftige. Für meine eigene Gesundheit bekomme ich zum Beispiel Infusionen, Inuspheresen und täglich 40 verschiedene Nahrungsergänzungsmittel. All das ist extrem teuer. Ich wollte Winter die Möglichkeit geben, solche alternativen Behandlungsmethoden durchzuführen. Das kostet jedes Jahr sechsstellige Summen. Ob er auf meine Empfehlung eingeht oder nicht, ist natürlich ihm überlassen, aber die Chance sollte er auf jeden Fall erhalten.
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  63. Wissen Sie, was er mit dem Rest des Geldes angefangen hat?
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  65. Das weiß ich nicht.
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  67. Haben oder hatten Sie nach Ihrer Erklärung Kontakt zu Herrn Winter? Hat er sich entschuldigt?
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  69. Nein, wir hatten danach keinen Kontakt mehr.
  70.  
  71. Haben Sie das Geld mittlerweile zurückerhalten?
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  73. Nein.
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  75. Würden Sie im Fall des Falles das Geld wirklich einklagen?
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  77. Ja.
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  79. Und wenn Sie es zurückbekommen?
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  81. Ich würde es genau dorthin geben, wo es gebraucht wird: an kranke Kinder, an Menschen in Not, an meine Mitarbeiter. So, wie ich es immer getan habe.
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  83. Ihr Posting zu Alice Weidels Neujahrsrede wird als Hinweis dafür gesehen, dass Sie die Spende an die AfD nur verschleiern wollten. Was sagen Sie dazu?
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  85. Mein Posting dazu, wie Alice Weidel sich Deutschland vorstellt, lautete: „Coole Frau“. Das war der ganze Text, und er war genauso gemeint, wie ich es geschrieben habe. Und ich stehe auch heute noch dazu. Inmitten dieser unerwarteten medialen Welle hielt ich es für richtig, das Posting zu entfernen – aus heutiger Sicht ein Fehler. Aber daraus abzuleiten, dass ich Teil dieser Spende sei oder sie gar begrüßen würde, ist schlicht falsch. Wenn jemand wie Alice Weidel in einem Punkt recht hat, dann werde ich ihr selbstverständlich zustimmen. Warum sollte ich das nicht tun? Das bedeutet aber nicht, dass ich ihr gesamtes Weltbild teile. Und daraus zu folgern, dass in Wahrheit ich die eine Million Euro gespendet habe, ist hanebüchen. Zwischen dem Liken eines Beitrags und einer solchen Spende besteht ein erheblicher Unterschied.
  86.  
  87. Würden Sie an andere Parteien spenden?
  88.  
  89. Nein, ich spende lieber an arme, kranke und hilfebedürftige Menschen oder an meine Mitarbeiter oder Freunde in Not. Das ist mein Verständnis von Verantwortung.
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  91. Wie wirken sich die Geschehnisse auf Ihre Firma aus?
  92.  
  93. Im Großen und Ganzen ist die Lage stabil. Wir haben vereinzelt Klagen von Kunden bekommen, aber die überwiegende Mehrheit unserer Kundschaft steht weiter hinter uns. Zurzeit haben wir sogar 2500 bis 3000 Neukunden täglich. Die Menschen, die mich kennen, wissen genau, wer ich bin und was ich tue.
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  95. Und die Reaktionen Ihrer Mitarbeiter?
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  97. Mir gegenüber durchweg positiv. Meine Mitarbeiter kennen mich, sie schätzen mich – genauso wie ich sie. Sie wissen, dass ich hinter ihnen stehe. Und sie wissen auch, dass das Bild, das aktuell von mir gezeichnet wird, mit der Realität nichts zu tun hat.
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  99. Wie ist Ihre aktuelle politische Ausrichtung?
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  101. Ich habe keine feste politische Ausrichtung. Ich glaube aber, dass die aktuelle Bundesregierung die schlechteste ist, die wir jemals hatten.
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  103. Was ist Ihre Meinung zur Migrationspolitik der Bundesregierung?
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  105. Ich bin seit Jahren bemüht, dass meine Frau die deutsche Staatsbürgerschaft erhält. Trotz unserer Hochzeit, trotz ihrer beiden Kinder, trotz eines abgeschlossenen Sprachtests auf B2-Niveau hat sie diese immer noch nicht erlangt. Ich glaube, dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, was in Deutschland in puncto Integration nicht funktioniert. Es gibt Menschen, die alles tun, um sich zu integrieren, aber ihnen werden Steine in den Weg gelegt.
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  107. https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/afd-grossspender-udo-boettcher-die-staatsanwaltschaft-wird-meine-unschuld-beweisen-li.2294137
  108.  
  109. Da wir die Geschäftsbeziehung mit Ihrem Unternehmen sehr schätzen, würden wir uns freuen, wenn Sie Ihre Entscheidung nochmals überdenken.
  110.  
  111.  
  112. Ihr Team
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