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- Praktische versuch: Bei im finnländischen Flachland ausgeführten Versuchen ließ einen sammelballon aus Aluminiumblech, der mit Nadeln aus amalgamiertem Zink und einem Radiumpräparat als Ionisator versehen und dessen Fläche stellenweise (0,5 qm) mit Zinkamalgam bedeckt war, in 300 m Höhe aufsteigen und erhielt mittels eines verkupferten Stahldrahtleiters einen ständigen Strom (unter Verwendung von Funkenstrecken) von durchschnittlich 400 Volt X 1,8 Ampere, also eine beständige Energiemenge von 0,72 Kilowatt, oder in 24 Stunden 17,28 Kilowatt. Der Kollektor des Sammelballons zeigte isoliert von der Erde eine Spannung von 42000 Volt. Durch Aufsteigenlassen eines zweiten Sammelballons mit einer Antenne auf die gleiche Höhe in einer Entfernung von 100 m wurde eine Gesamtstromerhöhung bis über 3 Ampere erzielt. Durch Einschalten einer kräftigen Kondensatorenbatterie, deren Kapazität gleich der gesamten Fläche der beiden Sammelballons und der Antennenverbindungsleitung war, erhöhte sich die Stromstärke auf 6,8 Ampere bei etwa 500 Volt mittlerer Spannung. Es war also möglich, allein durch Anwendung von zwei Sammelballons in 300 m Höhe und 100 m seitlicher Entfernung voneinander, sowie durch Anschließen einer kräftigen Kondensatorenbatterie eine Energiemenge von 3,4 Kilowatt oder in 24 Stunden 81,6 Kilowatt zu gewinnen.
- Wenn man nun auf 1 qkm 100 Sammelballons in gleichmäßigen Abständen (100 m) errichtet, so könnten diese 10X10 = 100 Antennen bei gleichen Bedingungen eine Gesamtenergie von (100/2) * 6,8 * 500 Volt = einer ständigen Strommenge von 170 Kilowatt oder in 24 Stunden 4080 Kilowatt liefern. Immerhin ist also schon jetzt bei vorsichtiger Berechnung auf 1 qkm bei 300 m Antennenhöhe eine Energie von 100 bis 150 Kilowatt, also annähernd 200 P. S. sicher zu gewinnen, welche Summe bei 900 m Höhe wohl mit Sicherheit auf etwa das Dreifache erhöht werden kann. Wenn man berücksichtigt, daß dieses Resultat bei sehr niedriger elektrischer Spannung (etwa 100 Voltmeter) und nur bei 300 m Höhe erzielt wird, und daß durch Vergrößerung der Kapazität und durch sonstige neuere Verbesserungen der Apparatur die Ausbeute noch mehr erhöht werden kann, so darf mit Sicherheit gefolgert werden, daß sehr große Mengen elektrischer Energie auf diesem Wege gewonnen werden können, um so mehr, als bei weiteren Versuchen ganz sicher neue Faktoren gefunden werden, die eine Gewinnung von atmosphärischer Elektrizität in noch größerem Maßstabe erlauben. Da auch für den Verbrauch innerhalb 24 Stunden nicht stets die gleiche Belastung anzunehmen ist, und die Kondensatorenbatterien möglichst groß gewählt werden können, so kann man immerhin auch bei geringerer Sammlung mit der Zeit Strom aufspeichern und nach Bedarf verwenden. In letzter Zeit ist es nun gelungen, ein neues Schaltungsschema für die Kondensatorenbatterien auszuarbeiten, das ermöglicht, große Mengen atmosphärischer Elektrizität aufzuspeichern und von diesen je nach Bedarf große oder kleine Mengen zu entnehmen, etwa in der Art, wie jetzt aus einem mit gewöhnlichem Wechselstrom gespeisten Transformator von 100 Kilowatt in paralleler Schaltung ein wattloser Strom für eine kleine Lampe oder einen Motor entnommen werden kann, ohne befürchten zu müssen, daß er ein Durchbrennen der Lampe bzw. einen Kurzschluß hervorruft. Wenn ferner berücksichtigt wird, daß die Messungen der Stromstärke und Elektrizitätsmengen zu Zeiten des Minimums des Potentialgehaltes an atmosphärischer Elektrizität angestellt sind, und der Maximalgehalt um das 3- bis 10fache höher ist, so ist es einleuchtend, daß viel größere Mengen atmosphärischer Elektrizität pro qkm als oben angegeben in Zukunft nutzbar gemacht werden können.
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