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- Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 31.07.2013
- „Der Wildpark ist quasi meine Heimat“
- Michael Kunz vom Dachverband der KSC-Fans zur Stadiondebatte: Mastweide halte ich für unrealistisch
- Mit dem von Oberbürgermeister Frank Mentrup initiierten Faktencheck hat die über Jahre verfahrene Stadiondebatte wieder Fahrt aufgenommen. Ein Prozess, den die Fans mit großem Interesse verfolgen. Mit Michael Kunz, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Supporters, also des Dachverbands der KSC-Anhänger, sprach unser Redaktionsmitglied Tina Kampf über die Wünsche, Sorgen und Hoffnungen auf den Rängen.
- Bei der Choreografie beim ersten Heimspiel am vergangenen Samstag stand zu lesen: „Wildpark – Faszination seit Kindertagen“. War das ein Statement in der Standortdebatte?
- Kunz: Nein, das kann man so pauschal nicht sagen. Es gibt bei uns keine einheitliche Meinung. Insgesamt sind wir bezüglich des Standorts relativ offen, uns sind andere Kriterien wichtiger – es soll ein fanfreundliches Stadion werden. Zum Beispiel muss es genügend Stehplätze geben. Und vor allem: Es muss jetzt überhaupt endlich mal was passieren, die sanitären Anlagen im Wildpark beispielsweise sind katastrophal.
- Halten Sie aktuell einen anderen Standort als den Wildpark für realistisch?
- Kunz: Es war sicher gut, dass man alles geprüft hat. Ich denke aktuell aber auch, dass es am Ende auf den Wildpark hinauslaufen könnte. Die Mastweide halte ich persönlich für unrealistisch, die Infrastruktur dort ist nicht zu stemmen. Bei der Unteren Hub sieht es schon anders aus.
- In der Argumentation der KSC-Spitze konnte man zuletzt den Eindruck gewinnen, dass der Wildpark für die Fans unzumutbar ist. Ist das so oder könnten Sie mit diesem Standort leben?
- Kunz: Ich persönlich könnte mit dem Wildpark sehr gut leben. Das ist quasi meine Heimat. Und die Nähe zur Stadt ist hervorragend. Das ist auch ein Wirtschaftsfaktor, nach dem Spiel ist man in einer Viertel Stunde in der Stadt und kann sich gemeinsam in eine Kneipe setzen. Wenn das Stadion an der Autobahn wäre, fiele das weg, dann würden wohl alle gleich wegfahren. Es hat eben alles Vor- und Nachteile.
- Wie sieht es mit dem ÖPNV beim Wildpark aus?
- Kunz: Vor dem Spiel gibt es Busse, die die Fans zum Wildpark bringen. Es stört mich, dass nach dem Spiel die Rückfahrt nicht angeboten wird. Das müsste man ändern. Ansonsten ist es ja so, dass auch in anderen Städten die Fans einen Fußmarsch zum Stadion zurücklegen müssen. Und in Bayern und Hoffenheim beispielsweise dauert die Abfahrt anderthalb Stunden, obwohl die Stadien an der Autobahn liegen.
- Haben Sie Sorge, dass die Sache weiter verfahren bleibt und es am Ende keine Lösung gibt?
- Kunz: Natürlich ist da die Sorge, dass man an einer Vision festhält, die nicht realisierbar ist. Aber dennoch glaube ich, dass eine zeitnahe Lösung möglich ist, da nehme ich auch den Oberbürgermeister Frank Mentrup beim Wort. Er hat neuen Schwung in die Sache gebracht.
- Was erwarten Sie von der Stadt?
- Kunz: Ich hoffe, dass sie den jetzt eingeschlagenen Weg weitergeht und alle Beteiligten an den Tisch holt und in der Sache mit dem KSC kommuniziert. Wir als Fans sind auch gerne bereit, unsere Erfahrungen einzubringen. Immerhin erleben wir alle 14 Tagen bei Auswärtsspielen andere Arenen. Die in Mainz beispielsweise ist sehr gelungen und kostete 65 Millionen Euro.
- Und was erwarten Sie von der Vereinsspitze?
- Kunz: Dass sie eng mit der Stadt zusammenarbeitet und man am Ende gemeinsam eine Lösung findet.
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