Trotz verstrichener Ausstiegsklausel Eichner flirtet mit St. Pauli und der KSC sucht das Gespräch Die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag beim Karlsruher SC lief am Samstag aus. Dennoch gilt Christian Eichner als einer von zwei Kandidaten beim FC St. Pauli. Christian Eichner Christian Eichner gilt nach wie vor als Wunschkandidat für die Nachfolge von Fabian Hürzeler beim FC St. Pauli. Foto: Markus Gilliar/GES von René Dankert vor 29 Minuten 2 Minuten Rechte am Artikel erwerben Der Trainerwechsel beim FC St. Pauli betreffe den Karlsruher SC in keiner Weise. Darauf legte sich Sebastian Freis zu Wochenbeginn fest. Diese Ansicht verknüpfte der „Bereichsleiter Profis“ mit der klaren Erwartung, dass Christian Eichner am 26. Juni die erste Einheit der Saisonvorbereitung im Wildpark leiten wird. Aus Sicht von Freis war ein wichtiger Zeitpunkt zur Beseitigung diesbezüglicher Unklarheiten zwischenzeitlich eingetreten. Wie unbedingt möchte St. Pauli den Trainer Eichner? Eichner hätte die in seinem Vertrag vorhandene Ausstiegsklausel vor Samstag, 23.59 Uhr, ziehen müssen. Das geschah nicht. Nur vor Ablauf dieser Frist hätte er für eine Million Euro zum Bundesliga-Aufsteiger ans Millerntor wechseln können, ohne dass der KSC dessen Abgang hätte blockieren können. Erst am Samstag selbst war offiziell geworden, dass die Hamburger ihren Aufstiegstrainer Fabian Hürzeler zu Brighton Hove & Albion ziehen ließen. Mit den Engländern soll für den 31-Jährigen ein Ablösepaket im höheren einstelligen Millionenbereich vereinbart worden sein, wie mehrere Medien in Hamburg berichten. Seit Sonntag müsste sich ein Interessent wie der FC St. Pauli, dessen wirtschaftliche Lage damit bei jedem bekannt ist, also mit dem KSC über eine Ablöse einigen, um für Eichner eine Freigabe zu erwirken. Bajramovic als Faktor Dass sich St. Paulis Sportdirektor Andreas Bornemann bei der Verpflichtung von Hürzelers Nachfolger nicht treiben ließ und nichts überstürzte, war zu verstehen. Zumal er in Sachen Eichner eine Fußnote zu berücksichtigen hatte: Zlatan Bajramovic, den der 41-Jährige gern weiter an seiner Seite wüsste, besitzt nach Informationen unserer Redaktion keine Ausstiegsklausel. So wäre dessen Freigabe auf jeden Fall Verhandlungssache. Herumgesprochen hat sich derweil, dass Eichner der Top-Wunschkandidat von Bornemann ist. Auch ein persönliches Treffen zwischen den Hamburgern und dem Trainer hat es gegeben. So sind die Signale eindeutig: Eichner, seit Februar 2020 der Cheftrainer beim KSC, ist im Grundsatz für eine Veränderung offen. Aber was möchte der KSC, falls das Interesse von St. Pauli dessen Entscheider doch konkret betreffen sollte? Sich Gesprächen verschließen? Hoch pokern und riskieren, mit einem noch unzufriedeneren Trainer in die Saison zu starten? Schwierig. Nach Informationen unserer Redaktion haben sich zwischenzeitlich der Beirat und der Aufsichstsrat dafür ausgesprochen, mit Eichner zeitnah zu sprechen. So soll es noch in dieser Woche ein Treffen von Freis mit Eichner geben. Wie berichtet, hatte Eichners Berater Ronny Zeller Ende vergangener Woche jegliche Eile ausgeschlossen, mit dem KSC über eine vorzeitige Verlängerung seines bis 2025 angelegten Vertrags zu sprechen. Glück entscheidet sich wohl gegen den KSC Als Eichner sich diese Planungssicherheit gewünscht hatte und das auch in öffentlichen Äußerungen im Frühjahr andeutete, war das für den KSC nicht der passende Zeitpunkt. So sind beide Seiten am Punkt, an dem sie sind. Ein Wechsel Eichners nach Hamburg schien am Montag noch genauso denkbar wie dessen Verbleib beim KSC. Unausgesprochen: Es gibt günstigere Voraussetzungen für eine konzentrierte Saisonplanung. Denn die geht im Hintergrund weiter. So möchte Freis zeitnah einen Innenverteidiger verpflichten. Hier rückte zuletzt der 21 Jahre alte Michael Glück von Drittligist 1860 München ins Blickfeld. Der Vertrag des Österreichers bei den Löwen endet im Juni 2025. Nach Informationen unserer Redaktion entschied sich der Abwehrspieler zwischenzeitlich für das Angebot eines Bundesligisten.