Guest User

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a guest
May 13th, 2014
158
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  1. Sehr geehrte Frau Borchardt,
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  3. wir waren zunächst sehr erfreut über Ihren Artikel “Daddeln für den Chef” (22/04/2014) in der Suddeutschen und honorieren Ihren Versuch das Konzept “Gamification” hier kritisch und pragmatisch zu bewerten. Gamification ist nun unzweifelhaft auch in der deutschen Wirtschaft angekommen und Ihr Artikel wäre ein guter Anlass damit anzufangen kontrovers über dieses Thema zu reden. Leider ist der Artikel jedoch sehr einseitig geraten, so stellt er fast ausschließlich eine Herangehensweise dar, die auf Effizienz fokussiert und die Mitarbeiter größtenteils instrumentalisiert! Das ist in unseren Augen der falsche Weg für erfolgreiche Gamification im Unternehmen.
  4.  
  5. Spiele könnten genau die Probleme lösen, die die Firmen heutzutage mit Innovation und Kreativität haben, aber nicht wenn sie sowohl den Wert des Mitarbeiters als auch den Wert des spielerischen Verhaltens an sich negieren. Mitarbeiter werden keine neue Ideen generieren und diese mit Erfolg umsetzen, wenn sie nur als Ressource behandelt werden, die möglichst effizient eingesetzt und (aus-) genutz werden soll - selbst dann nicht wenn diese Behandlung in Form eines Spieles neu verpackt wird.
  6.  
  7. Das Ziel einer Firma und eines Spiels muß die ausgezeichnete Zusammenarbeit auf allen Ebenen sein und ein Ausgleich des Einsatzes und der Belohnung für alle Teilnehmer. Menschen werden nicht unbedingt motivierter sein, wenn sie neben Ihrer Arbeit zusätzlich ein Spiel spielen müssen, um die Resultate ihrer Chefs zu verbessern. Dann wird Gamification wirklich zum “Daddeln für den Chef”, wie sie es so schön formulieren.
  8.  
  9. Der echte Wert von Gamification und von Spielen im Allgemeine kann sich erst dann entfalten, wenn man im Alltag mehr Möglichkeiten und mehr Freiheiten einführt. Das kann mit einem Spiel erreicht werden, wo in einer fiktiven Welt die Mitarbeiter etwas tun können, das sie normal nicht tun können oder dürfen, zum Beispiel selbst die Führung übernehemen und ihre eigene Ziele bestimmen. Alternativ können Teile der Arbeit spielerisch gestalten werden, so dass Mitarbeiter das tun was sie eh tun müssen, aber mit größerer Selbstbestimmung und deshalb fast immer auch mit mehr Innovation und Freude.
  10.  
  11. Wir würden uns sehr Freuen, wenn Sie diese Seite von Gamification in Zukunft berücksichtigen würden, denn die bisherige Darstellung ist leider sehr einseitig auf Gamification als Ressourcenoptimierung ausgerichtet und geht dadurch am Kern der Sache vorbei.
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  13. Mit freundlichen Grüßen
  14.  
  15. Alper Cugun M.Sc.
  16. Gamedesigner
  17. Hubbub
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