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a guest
Mar 24th, 2014
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  1. Endlich runterladen, was man gerade sehen/hören/lesen/konsumieren möchte. Egal von wo und vor allem ohne Reue gegenüber Kulturschaffenden und ohne Angst vor Kriminalisierung.
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  3. In etwa so liest sich die Vision von der Kulturflatrate, die seid Jahren immer mal wieder durch die Medien irrlichtet.
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  5. An Studien zur Durchführbarkeit Mangelt es inzwischen selbst auf der politischen Ebene nicht mehr und doch: Filme via Torrent zu beziehen ist nach wie vor genauso illegal wie Download eines Musik-Albums vom OneClick-Hoster der Wahl. Und nach wie vor haben die Erzeuger jener Werke nichts davon.
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  7. Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite sind wir rein praktisch inzwischen Näher an der Vision der Kulturflatrate, als je zuvor. Und theoretisch gleichzeitig unendlich weit weg.
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  9. Eigentlich nutze ich bereits eine Art Kulturflatrate. Mit Spotify, Napster und Co habe ich per Smartphone/Tablet/PC Zugriff auf einen erstaunlich großen Teil dessen, was ich mir gern musikalisch auf die Ohren gebe. Und per Amazon-Prime und Watchever gilt ähnliches auch für filmische Erzeugnisse.
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  11. Paradisische Zustände also. Prakisch eine 90%-Kulturflatrate. Möchte man meinen. Denn bei Lichte betrachtet zementiert die schöne neue Welt der Überall-Verfügbarkeit von fast allen Medien nur die bereits herrschende Beschränktheit der Freiheit über ebene jene Verfügbarkeit. Und zwar auf allen Ebenen:
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  13. 1. auf der technischen Ebene.
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  15. Man ist an die Infrastruktur und die gewünschte Darreichungsform der entsprechenden Unternehmen gebunden. Wenn ich es vorziehe, einen Film, den ich bei Watchever im Rahmen meiner monatlichen Pauschale sehe könnte, per Torrent herunterzuladen, so das ist nach wie vor illegal. Selbst wenn Watchever gerade Wartungsarbeiten durchführt. Oder ich den Film gern offline sehen möchte. Oder, oder, oder...
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  17. 2. auf der Ebene Abhängigkeit
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  19. Sollten Spoitify und Watchever irgendwann den Weg alles digitalen gehen und vom Markt verschwinden, hat es sich auch mit meinem Medienkonsum erledigt. Obwohl ich -rein praktisch und naiv betrachtet- meine Medien längst bezahlt habe. Dass ich mit der Nutzung genannter Dienste lediglich Lizenzen für die vorrübergenede Nutzung von Medien erwerbe, ist mir zwar klar, finde ich allerdings mehr als frech.
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  21. Das nächste Problem betrifft den durchaus wahrscheinlichen Fall, dass ich mal ein gewünschtes Medium in keinem, der von mir abbonierten Dienste zu fassen bekomme. Zwar habe ich die theoretische Möglichkeit bei anderen Diensten mit leicht anderen Medien zu schauen, aber mal ehrlich: Das möchte ich garnicht.
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  23. Denn die Daten und Medien sind ja verfügbar. Nur eben oft nicht über die Wege, die mir legal angeboten werden. Es ist kein infrastukturelles Problem mehr, sondern ein ausschließlich rechtliches und damit politisches.
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  25. Weil hochbezahlte Firmenanwälte auf der Suche nach Differenzierungmöglicheiten zum Wettbewerber exklusive Verträge mit Rechteinhabern abschließen, kann ich nicht sehen oder hören, was ich will. Oder wie ich will. Und im schlimmsten Fall (Downtime) auch nicht wann ich will.
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  27. All jene hochbezhalten Anwälte müssten nicht bezahlt werden, jene teure Server-Infrastrukur von Seiten der Anbieter garnicht vorgehalten werden. Alle diese windigen Linzenzdeals könnte man sich sparen, setzte man auf die konsequente Ermächtigung des Konsumenten. Das P2P-Prinzip hat all jene beschriebenen Ärgernisse bereits vor 15 Jahren überflüssig gemacht.
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  29. Und die Frage des Geldes und seiner Verteilung ließe sich elegant. Dienste wie Flattr zeigen, dass der Konsument mündig ist und durchaus bereit ist
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  31. Wie so oft hinkt die wirtschaftliche Verwertungslogik der technischen Realität praktisch Hoffnugslos hinterher. Und an dieser Stelle haben wir noch nicht einmal darüber gesprochen, warum ich amerikanische Dienste wie Netflix hierzulande grundsätzlich nicht nutzen darf.
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